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Volksentscheid: Schweizer lehnen Begrenzung von Managergehältern ab

Volksabstimmung in der Schweiz: 1:12-Initiative scheitert Fotos
REUTERS

Obergrenze für Spitzengehälter? Wohl nicht in der Schweiz. Hochrechnungen zufolge haben die Eidgenossen eine entsprechende Initiative abgelehnt. Auch Verteuerung der Autobahn-Vignette und Herdprämie konnten sich nicht durchsetzen.

Bern - Die Schweizer haben am Sonntag bei Volksentscheiden dreimal nein gesagt: Sie lehnten eine Begrenzung von Managergehältern auf das höchstens Zwölffache eines einfachen Arbeiterlohns im jeweils selben Unternehmen klar ab.

Ebenso stimmten die Eidgenossen laut Hochrechnungen gegen die von der Regierung gewünschte Erhöhung der Pkw-Maut um 150 Prozent auf umgerechnet 80 Euro. Abgelehnt wurde auch der Vorschlag, Familien einen Steuerabzug zu gewähren, die ihren Nachwuchs zu Hause betreuen und keine Kindertagesstätten in Anspruch nehmen.

Besonders eindeutig fiel die von den Schweizer Jungsozialisten eingebrachte sogenannte 1:12-Initiative durch. Dagegen stimmten laut Hochrechnungen rund 65 Prozent der Referendumsteilnehmer, wie das Meinungsforschungsinstitut gfs.bern mitteilte.

Der Präsident des Schweizer Arbeitgeberverbands, Valentin Vogt, begrüßte die Entscheidung der Eidgenossen. Sie sei Ergebnis eines von den Unternehmern geführten sachlichen Abstimmungskampfs, der die Folgen einer Annahme der 1:12-Initiative aufgezeigt habe. Das Volk wolle zudem nicht, dass der Staat bei den Löhnen mitrede.

Juso-Präsident David Roth erklärte hingegen: "Wir sind enttäuscht von diesem Resultat." Er warf der Wirtschaft vor, das Nein mit einer Kampagne der Angstmacherei durchgesetzt zu haben.

sha/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 217 Beiträge
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1. Passt nicht zum Kapitalismus
panzertom 24.11.2013
Bravo! Obwohl Volksentscheide den Populismus begünstigen, legen die Schweizer eine erstaunliche Vernunft an den Tag. Wer der staatlichen Bürokratie die Entscheidung über Löhne und Gehälter überlassen will, der sollte in eins der übrig gebliebenen kommunistischen Länder auswandern. Zum Kapitalismus passt eine derartige Planwirtschaft nicht.
2. So geht Bürgerbeteiligung
Andreas J. 24.11.2013
Auch wenn es vielleicht einigen nicht passt, auch das ist Bürgerbeteiligung. Die Linken in der Schweiz wollten sicherlich ein anderes Ergebnis. Aber so dumm sind die Wähler garnicht. Deswegen sollten wir auch in Deutschland Volkentscheide einführen.
3. Volksdemokratie
atech 24.11.2013
Die Schweiz - das Land, wo die Demokratie noch in Ordnung ist und das Volk entscheidet, welche Politik gemacht wird. Nachahmenswert.
4. Schade
saywer,tom 24.11.2013
Schade, ich hätte gerne mal zugeschaut, wie sich eine Volkswirtschaft allmählich abwickelt. Wäre ein interessantes Schauspiel geworden, vor allem für Volkswirtschaftler. Aber noch ist nicht aller Tage Abend.
5. Dass man ...
spon-facebook-10000283853 24.11.2013
... jetzt schon bei der Schweiz zumindest zittern muss, dass sozialistische Ideen, die mit Staatgewalt Grundrechte und freiwillige Kooperation unterbinden will, tatsächlich durchkommen könnten, ist schlimm. Aber glücklicherweise sind die Schweizer noch nicht völlig enthirnt und lassen sich nicht durch das Kitzeln von niedrigen Instinkten, das Hirn rauben. Glückwunsch zu der Entscheidung!
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