Flüchtlingshelfer Malta setzt nach dem Schiff auch das Flugzeug von deutschen Seenotrettern fest

Die maltesischen Behörden haben der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch ein weiteres Verbot auferlegt: Zunächst durfte ein Schiff nicht auslaufen, nun soll auch das Aufklärungsflugzeug am Boden bleiben.

Das Flüchtlings-Rettungsschiff "Sea-Watch 3" im Hafen von Valletta
Sea Watch e.V./ DPA

Das Flüchtlings-Rettungsschiff "Sea-Watch 3" im Hafen von Valletta


Malta hat ein zur Seenotrettung im Mittelmeer eingesetztes Aufklärungsflugzeug einer deutschen Hilfsorganisation festgesetzt. Die maltesischen Behörden hätten ab sofort alle Flüge in das Rettungsgebiet vor Libyen untersagt, teilte die Berliner Organisation Sea-Watch mit.

Ihr Schiff "Sea Watch 3" darf auch nicht auslaufen. Die maltesische Regierung bestätigte den Fall gegenüber der Zeitung "Times of Malta", allerdings ohne Gründe für die Entscheidung zu nennen.

Das Flugzeug "Moonbird" werde gemeinsam mit der Schweizer Humanitären Piloteninitiative betrieben und von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt, teilte Sea-Watch mit. Das Flugzeug sei vergangenes Jahr an der Rettung von 20.000 Menschen beteiligt gewesen.

Auch das Schiff der deutschen Organisation Mission Lifeline darf Malta nicht verlassen. Gegen den Kapitän wird ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, ohne richtige Registrierung in maltesische Gewässer gefahren zu sein.

Laut Internationaler Organisation für Migration (IOM) kamen seit 19. Juni auf der zentralen Route Richtung Italien 483 Migranten ums Leben. Es müssten wieder mehr Rettungsschiffe unterwegs sein, um noch mehr Tote zu verhindern, twitterte IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo.

Vor allem die populistische italienische Regierung fährt seit ihrem Amtsantritt vor einem Monat eine harte Linie gegen Migranten und lässt keine NGOs mehr in ihren Häfen anlegen.

mho/dpa



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