New York - Nach dem Selbstmordanschlag in Damaskus mit mindestens 26 Toten hat sich Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zutiefst besorgt gezeigt und erneut ein Ende der Gewalt in Syrien gefordert. "Keine Form von Gewalt ist akzeptabel", mahnte Ban nach Angaben seines Sprechers in New York. Die Gewalt müsse "sofort gestoppt" werden.
Der Sicherheitsrat hingegen schwieg weiter. Das mächtigste Uno-Gremium ringt seit Monaten um eine Resolution gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Doch Russland blockiert jede öffentliche Kritik an seinem Verbündeten in Damaskus, und China zieht mit. Dabei hat Assads gewaltsame Unterdrückung der Proteste im eigenen Land nach Uno-Schätzungen schon mehr als 5000 Menschen das Leben gekostet.
Der Sicherheitsrat will sich am kommenden Dienstag erstmals seit den Feiertagen wieder mit dem Syrien-Konflikt befassen. Aus diplomatischen Kreisen in New York hieß es, dass bisher keine Annäherung zwischen den Syrien-Kritikern im Rat, darunter auch Deutschland, und Russland auf der anderen Seite zu erkennen sei.
Regierung und Opposition schieben sich gegenseitig die Schuld zu
Der jüngste Anschlag hatte die syrische Hauptstadt am Freitag schwer erschüttert, mindestens 26 Menschen starben, über 60 wurden verletzt. Während die syrische Regierung Islamisten verantwortlich macht, glaubt die Opposition an einen Racheakt des Assad-Regimes, denn die Bombe explodierte in einer ihrer Hochburgen.
Die Muslimbrüder verlangten eine internationale Untersuchung. Der syrische Nationalrat, in dem die wichtigsten Oppositionsgruppen vertreten sind, gab der Regierung die Schuld.
Deeskalation kommt für das Regime nicht in Frage: Es will nach dem Terroranschlag mit "eiserner Faust zurückschlagen". Das kündigte Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar an, wie das syrische Staatsfernsehen am Samstag berichtete. Sicherheitskräfte erschossen bereits zuvor acht Menschen, als in ganz Syrien Zehntausende Menschen erneut gegen Staatschef Baschar al-Assad demonstrierten.
Die Explosion hatte sich in einem Viertel in der Innenstadt von Damaskus ereignet. Bei den meisten Opfern handele es sich um Zivilisten. Laut syrischem Staatsfernsehen soll sich der Attentäter in der Nähe einer Grundschule an einer Ampel in die Luft gesprengt haben.
Die Angaben sind nicht zu überprüfen - nach wie vor gibt es kaum unabhängige Berichterstattung über die Lage in Syrien.
Derzeit sind Beobachter der Arabischen Liga in Syrien unterwegs, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie sollen auch die Umsetzung eines Friedensplanes überwachen, der die Freilassung Tausender Häftlinge, den Rückzug der Armee aus den Städten und Gespräche zwischen Regierung und Opposition vorsieht. Menschenrechtler und Oppositionelle äußerten jedoch starke Zweifel an der Effektivität der Mission. Oppositionelle warfen Assads Mitarbeitern vor, die Beobachter in die Irre zu führen.
Erst kurz vor Weihnachten waren in Damaskus Anschläge gegen Gebäude des Geheimdiensts und der Sicherheitskräfte verübt worden. Insgesamt 44 Menschen wurden getötet, mehr als 160 verletzt. Ein angebliches Bekennerschreiben der Muslimbrüder im Internet wurde von diesen als Fälschung bezeichnet. Ein Sprecher der sunnitisch-islamistischen Bewegung warf der Führung in Damaskus vor, hinter dem gefälschten Dokument und den Anschlägen zu stecken.
otr/Reuters/dpa/AFP
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