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09. Juni 2012, 13:37 Uhr

Ost-Afghanistan

Attentäter in Burka tötet vier Nato-Soldaten

Er trug die Bombe unter seiner Verkleidung: Ein Taliban-Kämpfer hat in Kabul eine Gruppe von französischen Isaf-Soldaten angegriffen. Vier Männer verloren ihr Leben, fünf weitere wurden schwer verletzt.

Kabul - Der Angriff ereignete sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei einem Einsatz am Samstagmorgen in der Provinz Kapisa im Osten Afghanistans. Mit einer Burka verkleidet brachte sich ein Selbstmordattentäter in die Nähe eines Trupps von französischen Soldaten und afghanischen Polizisten. Dann zündete er die Bombe, die er bei sich trug.

Die Explosion hatte verheerende Folgen. Vier französische Isaf-Soldaten waren auf der Stelle tot. Wie die französische Regierung mitteilte, mussten zudem fünf weitere Soldaten in ein Militärkrankenhaus nach Kabul gebracht werden. Drei von ihnen seien in einem kritischem Zustand, hieß es.

Genauere Details zu dem Attentat wurden bislang nicht bekannt. Ein Behördensprecher der Provinz Kapisa bestätigte lediglich einen Angriff auf französische Isaf-Soldaten in der Region. Ein Taliban-Sprecher erklärte, die Taliban hätten zwölf Franzosen und vier afghanische Polizisten im Bezirk Nedschrab in der Ostprovinz Kapisa getötet.

Der neue französische Präsident François Hollande sprach den Angehörigen der Gefallenen sein Beileid aus. Für ihn sind es die ersten Verluste französischer Soldaten seit seiner Amtsübernahme von Nicolas Sarkozy. Hollande war erst am 25. Mai selbst in Afghanistan gewesen, um seine Pläne für den vorzeitigen Abzug der Kampftruppen zu erläutern, die er beim Nato-Gipfel in Chicago durchgesetzt hatte. Sie waren Teil eines seiner Wahlkampfversprechen. Auch nach dem Abzug der Kampftruppen bis Ende 2012 sollen französische Ausbilder am Hindukusch bleiben.

Die Nato hatte sich eigentlich darauf geeinigt, den offiziellen Kampfeinsatz erst 2014 zu beenden. Dann sollen afghanische Armee und Polizei im ganzen Land die Verantwortung übernehmen. Derzeit sind rund 3400 französische Soldaten im Afghanistan-Einsatz. Rund 2000 sollen das Land bis zum Jahresende verlassen haben.

Der Truppenabzug bringt nach allgemeiner Einschätzung die einheimischen Helfer der ausländischen Soldaten in Gefahr, Opfer von Racheakten der Taliban zu werden. Der deutsche Generalinspekteur Volker Wieker sagte der "Bild am Sonntag", afghanische Mitarbeiter könnten in Deutschland politisches Asyl erhalten. "Da geht es nicht nur um Ortskräfte bei den Streitkräften, sondern zum Beispiel auch um die zivilen Aufbauhelfer", sagte er. Schätzungen, dass es sich um rund 3000 Afghanen handeln könnte, wollte Wieker nicht bestätigen.

mik/dpa

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