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Twitter-Hit aus Israel: "So machen wir Palästinenser Selfies"

Das Selfie eines arabischen Rappers wird zum Internet-Hit im Nahen Osten. Tamer Naffar hat auf den Auslöser gedrückt, als er scheinbar von der israelischen Polizei verfolgt wurde - doch die Szene ist gestellt.

Jerusalem - Ein arabischer Mann mit aufgerissenem Mund, wenige Schritte hinter ihm rennen scheinbar zwei israelische Polizisten. Einer von ihnen hat eine Pistole gezückt. Diese Szene ist auf einem Selfie zu sehen, das sich in den vergangenen Stunden viral im Internet verbreitet hat.

Der Mann, der das Selfie geschossen hat, ist Tamer Naffar, einer der bekanntesten arabischen Rapper in Israel. Der 36-Jährige ist Frontmann des Hip-Hop-Trios DAM. Naffar ist für viele junge Araber in Israel ein Idol. Er rappt auf Arabisch, Englisch und Hebräisch, er fordert die volle Gleichberechtigung der arabischen Minderheit in Israel und kämpft für die Zweistaatenlösung. Naffar engagiert sich auch politisch, organisiert Demonstrationen und Diskussionsforen.

"Unrecht wird nicht durch Gewehre sondern durch Papier und Bleistift besiegt", sagte Naffar einmal. Nun ist sein Selfie auf dem besten Wege, eine Waffe zu werden.

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Innerhalb von zwölf Stunden ist das Foto auf Twitter mehr als 11.000-mal geteilt worden. Besonders über arabischsprachige Accounts hat sich das Bild rasant verbreitet, schließlich fügt es sich in das Bild von der israelischen Armee, die rücksichtslos Jagd auf Araber macht.

Naffar trägt selbst seinen Teil dazu bei, denn er schrieb zu dem Bild: "Ein Selfie, während das israelische Militär hinter mir her rennt." Doch die Uniformierten, die den Rapper verfolgen, gehören nicht zur Armee, und auch nicht zur israelischen Polizei. Es sind seine beiden Bandkollegen Suhell Nafar und Mahmoud Jreri, die ihn verfolgen.

Seine Fans sind trotzdem stolz auf Naffar. Viele schreiben: "So machen wir Palästinenser Selfies."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Tamer Naffar sei von der israelischen Polizei verfolgt worden. Das stimmt nicht. Das Foto ist gestellt, wir haben den Artikel korrigiert.

syd

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Knackpunkte der Nahost-Gespräche
Sicherheit
DPA
Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.

Flüchtlinge
DPA
Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es in den palästinensischen Gebieten und Israels Nachbarländern 4,8 Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen.

Die Flüchtlinge beharren auf das Recht, in ihre Heimat im heutigen Israel zurückkehren zu dürfen, Israel verneint dieses Recht und will den Verzicht auf eine Rückkehr in einem Friedensvertrag festschreiben.

Grenzen
DPA
Nach dem Willen der Palästinenser soll ihr Staat die 1967 von Israel besetzten Gebiete Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem umfassen. Israel beansprucht jedoch Teile dieses Territoriums – entgegen internationalem Recht – für sich. Israel hatte den Gaza-Streifen 2005 zwar geräumt, sein Embargo seit der Machtübernahme der Hamas 2007 aber verschärft.

Israel will zudem an Teilen des Westjordanlands festhalten. Dort gibt es rund 120 jüdische Siedlungen mit etwa 300.000 Israelis. In Ost-Jerusalem leben nach Angaben israelischer Menschenrechtler weitere 200.000. Nach internationalem Recht sind diese Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet illegal und müssen geräumt werden.

Jerusalem
AP
Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders umstritten. Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Im Jahr 2000 scheiterte der Nahost-Gipfel an der Jerusalemfrage.
Golan
AP
Syrien dringt darauf, dass die 1967 besetzten Golanhöhen im Rahmen einer Friedenslösung zurückgegeben werden. Von der 1150 Quadratkilometer großen Hochebene hat Israels Armee einen guten Blick nach Syrien und in den Libanon. Umgekehrt könnten die Syrer vom Golan aus große Teile Israels überwachen. Heute leben in dem Gebiet neben rund 20.000 Syrern auch etwa 20.000 jüdische Einwohner.
Scheba-Farmen
DPA
Das 30 Quadratkilometer kleine Gebiet an der Grenze von Syrien, Libanon und Israel ist seit langem umstritten. Die Vereinten Nationen und die USA sind der Ansicht, dass das Territorium als Teil der Golanhöhen zu Syrien gehört. Der Libanon und Syrien haben ihre Ansprüche bislang nicht eindeutig formuliert und wollen den Grenzdisput nach einem israelischen Rückzug klären.
Wasser
REUTERS
Schon vor 20 Jahren wurde vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist. Die Kontrolle des von Israel genutzten Wassers ist auch ein Streitpunkt im Ringen um die künftige israelisch-syrische Grenze auf den Golanhöhen.
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