Neuer US-Außenminister: Senat macht Weg für Kerry frei

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John Kerry (nach der Abstimmung im Ausschuss): Bald Außenminister

Der US-Senat hat den früheren Präsidentschaftskandidaten John Kerry als neuen Außenminister und Nachfolger von Hillary Clinton bestätigt. Derweil tat sich eine neue Lücke im Kabinett von Barack Obama auf.

Washington - Mit überwältigender Mehrheit hat der US-Senat grünes Licht für die Nominierung von John Kerry, 69, zum neuen Außenminister der Vereinigten Staaten gegeben. Die Kongresskammer bestätigte Kerry am Dienstag mit 94 zu drei Stimmen als Nachfolger von Hillary Clinton, die Ende der Woche aus dem Amt ausscheidet. Zuvor hatte sich bereits der Senatsausschuss für auswärtige Beziehungen einstimmig für Kerry ausgesprochen.

Nach dem Votum im Ausschuss sagte Kerry, er sei "sehr wehmütig", den Senat nach so vielen Jahren zu verlassen. Der Senator gehörte in den vergangenen Jahren dem Ausschuss für auswärtige Beziehungen als Vorsitzender an. Am Donnerstag war er von seinen Noch-Kollegen im Senat bei einer Anhörung zu seiner Nominierung wohlwollend empfangen worden. Der einflussreiche republikanische Senator John McCain sagte, Kerry werde das Amt des Außenministers "mit Auszeichnung" ausfüllen.

Präsident Barack Obama hatte Kerry im Dezember als Kandidaten für die Nachfolge von Clinton vorgeschlagen, die nach eigenen Angaben eine Auszeit von der Politik nehmen möchte. Allerdings halten sich hartnäckig Spekulationen, die Frau des früheren Präsidenten Bill Clinton könnte bei der Wahl 2016 erneut einen Anlauf auf das Weiße Haus wagen.

Ursprünglich hatte Obama seine Uno-Botschafterin Susan Rice als neue Chefdiplomatin vorgesehen, die allerdings mit umstrittenen Äußerungen zum tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi die Kritik der Republikaner auf sich gezogen hatte. Rice verzichtete schließlich auf eine Kandidatur.

Für Kerry ist das Außenministerium die Krönung seiner politischen Karriere, nachdem er bei der Präsidentschaftswahl 2004 gegen Amtsinhaber George W. Bush verloren hatte. Die Laufbahn des Vietnam-Veteranen begann in Massachusetts, wo er 1982 zum stellvertretenden Gouverneur gewählt wurde. Zwei Jahre später schaffte er den Sprung in den Senat nach Washington, wo er sich vor allem um außenpolitische Themen kümmerte. Als Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Beziehungen unternahm er seit 2009 für Obama Krisenmissionen unter anderem nach Pakistan und Afghanistan.

In Obamas Kabinett hat sich indes eine neue Lücke aufgetan. Verkehrsminister Ray LaHood kündigte am Dienstag seinen Rücktritt an. Er werde aber im Amt bleiben, bis ein Nachfolger feststehe. LaHood ist Republikaner, er stand für eine überparteiliche Note im Kabinett der demokratischen Präsidenten, der nach seiner Wiederwahl unter Druck ist, mehr Frauen und Vertreter von Minderheiten in die Regierung aufzunehmen. Auf mehreren wichtigen Posten stehen Personalwechsel an, etwa im Finanz- und im Verteidigungsministerium.

phw/lei/AFP/Reuters

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