Senegal Sänger Youssou N'Dour will Präsident werden

Schon oft hatte er den senegalesischen Staatspräsidenten Abdoulaye Wade scharf kritisiert, jetzt will Sänger Youssou N'Dour selbst aktiv in die Politik seines Heimatlandes einsteigen: Er fordert den Amtsinhaber bei den Wahlen im kommenden Monat heraus.

Musiker Youssou N`Dour (Archivbild): Einstieg in die Politik
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Musiker Youssou N`Dour (Archivbild): Einstieg in die Politik


Paris/Dakar - Weltmusik-Star Youssou N'Dour will Präsident seines Heimatstaates Senegal werden. Er kandidiere für die Wahl am 26. Februar, gab der Sänger am späten Montagabend im französischem Auslandssender RFI bekannt. Der Grammy-Gewinner tritt damit gegen den 85 Jahre alten Amtsinhaber Abdoulaye Wade an.

"Ich bin Kandidat", sagte der 52-jährige Musiker. Seine Kandidatur bezeichnete der seit langem politisch und sozial aktive Senegalese als seine "patriotische Pflicht". Er war bereits in der Vergangenheit durch scharfe Kritik an der Regierungspartei und dem Staatsoberhaupt aufgefallen.

Viele Senegalesen hätten sich in der Vergangenheit für seine Kandidatur ausgesprochen, sagte N'Dour in seiner Erklärung. "Ich habe zugehört und antworte positiv auf eure Forderung." Er sei eine echte Alternative zu Wade, der im Februar eine weitere Amtszeit anstrebt. N'Dour beteuerte, keine Mühen zu scheuen, um sich im Falle eines Wahlsiegs für sein Land einzusetzen. "Mein Leben besteht zu zehn Prozent aus Inspiration und zu 90 Prozent aus Transpiration."

Zuletzt hatte es wiederholt Gerüchte über seine mögliche Kandidatur gegeben. Der Verfassungsrat des Landes muss nun bis Ende Januar über die Gültigkeit der eingereichten Kandidaturen für die Wahl entscheiden.

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl ist für den 26. Februar vorgesehen. Zur Wahl dürften sich rund 20 Kandidaten stellen. Wade war 2000 erstmals zum Präsidenten gewählt worden.

heb/AFP/dpa/dapd

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
Oberleerer 03.01.2012
1.
Ich wünschte mir, dass politische Kabarettisten (nicht Comedians) kandidieren. So wie der Volker Piespers und der Priol. Die verstehen was von Politik.
Methados 03.01.2012
2. .
Zitat von sysopSchon oft hatte er den senegalesischen Staatspräsidenten Abdoulaye Wade scharf kritisiert, jetzt will Sänger Youssou N'Dour selbst aktiv in die Politik seines Heimatlandes einsteigen: Er fordert den Amtsinhaber bei den Wahlen im kommenden Monat heraus. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806919,00.html
meine prognose: der mann wird nicht zugelassen.
qqaayy 03.01.2012
3.
Wenn die "Wahlkommission" N´dour nicht aus irgendwelchen eigenartigen Gründen die Kandidatur untersagt, wird er der nächste Präsident Youssou N´dour heißen. Es gibt momentan keinen beliebteren Senegalesen.
ZiehblankButzemann 03.01.2012
4. Man erinnert sich gerne...
...an das Lied "Seven Seconds" von Youssou N´Dour und Neneh Cherry. Ein echt guter Song. Sollte man mal wieder bei YouTube aufrufen. Wenn er seine Präsidentschaft auch so gut und harmonisch hinbekommt wie seine Musik, dann wäre dies absolut begrüßenswert. Viel Glück und Gutes Gelingen. Afrika und Senegal gehören die Zukunft.
ZiehblankButzemann 03.01.2012
5. Ergänzung!
Zitat von OberleererIch wünschte mir, dass politische Kabarettisten (nicht Comedians) kandidieren. So wie der Volker Piespers und der Priol. Die verstehen was von Politik.
...und Dittsche als Außenminister, da sehen die Völker dieser Erde wenigtsens mal was wir in Deutschland für schöne Bademäntel haben. Mit der Nummer lockt übrigens Udo Jürgens heute noch so manch rüstiges spätes Mädchen aus dem Wachkoma in seine Konzerte. Dittsche mach es, Du kriegst auch ein gut verperltes Bier.
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