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Serbien: Homosexuelle ziehen unter Polizeischutz durch Belgrad

Serbien: Gay Pride in Belgrad Fotos
DPA

Sie konnten friedlich protestieren, dank Tausender Polizisten, die sie schützten. In Belgrad demonstrierten Lesben und Schwule zum ersten Mal seit Jahren für ihre Rechte. Allerdings wurde der Bruder des Ministerpräsidenten von Polizisten verprügelt.

Belgrad - Unter dem Schutz Tausender Polizisten samt Wasserwerfern und gepanzerten Fahrzeugen sind etwa tausend Lesben und Schwule am Sonntag durch die serbische Hauptstadt Belgrad gezogen.

"Wir haben damit gezeigt, dass wir ein Rechtsstaat sind", sagte Regierungschef Aleksandar Vucic. Die Behörden hätten so Vorwürfe im Ausland widerlegt, Serbien sei "zurückgeblieben und primitiv".

Der Umzug war äußerst umstritten in dem EU-Kandidatenland: Nach vier Jahren Pause und Gewaltdrohungen von Rechtsextremisten und Fußballrowdys hatten die Behörden erst wenige Stunden vor Beginn der "Pride Parade" grünes Licht gegeben. Besonders die mächtige Orthodoxe Kirche hatte gegen den Umzug gewettert. Brüssel hatte Serbien massiv gedrängt, den in den Vorjahren stets wegen Sicherheitsbedenken verbotenen Umzug zu erlauben.

Polizisten prügeln Bruder des Ministerpräsidenten ins Krankenhaus

Schließlich gab es bei dem einige hundert Meter langen Umzug im Zentrum aber nur einen ernsthaften Zwischenfall - er betraf den Bruder des Regierungschefs: Andrej Vucic und zwei seiner Leibwächter wurden am Rande der Parade von Spezialpolizisten verprügelt, sodass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Andrej sei am Kopf verletzt worden, die Sicherheitskräfte hätten ebenfalls "ernsthafte Verletzungen" davongetragen. Die Polizisten hätten sich für ihr Fehlverhalten entschuldigt. "Das ist ein schwerer Tag für mich und meine Familie", sagte der Regierungschef.

Einige Minister der serbischen Regierung sowie zahlreiche Diplomaten wie der deutsche Botschafter Heinz Wilhelm hatten sich dem Marsch angeschlossen. In dem Balkanland werden Homosexuelle regelmäßig diffamiert.

ade/dpa

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insgesamt 47 Beiträge
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1. Verfolgung
südwest3 28.09.2014
Dass Menschen wegen Ihrer Rasse, sex. Veranlagung oder gar Religion diffamiert, beschimpft und mit Vorurteilen belegt werden können, habe ich noch nie begriffen. Solche Beschimpfungen deuten auf mangelnde Bildung hin und gehören vielleicht ins Mittelalter. Von dem abgesehen, Derjenige, der eine Guy-Parade nicht sehen möchte, kann dieser ja fern bleiben.
2. Wie jetzt?
belisarius_d 28.09.2014
Der Bruder des Regierungschefs wurde während des Umzuges von der Polizei, die den Umzug schützen sollte, zusammengeschlagen?!
3. soviel zu Serbien
Humboldt 28.09.2014
ich sach nur, sicheres Drittland! Auch für Schwule? Prüft das Zirndorf gewissenhaft?
4. Das sind...
guru1363 28.09.2014
... doch alles primitive Hinterwäldler auf dem Balkan. Ich darf das sagen - ich bin von dort. Die haben nichts in der EU verloren. Und zwar solange nicht, bis sich in dieser Gesellschaft ein vernünftiger Menschenverstand entwickelt. Also, die nächsten 120 Jahre nicht...
5.
iudicare 28.09.2014
Ganz einfach:Volksabstimmung machen ob homosexuell veranlagte Menschen z.B. heiraten können oder ihre Sexualität ausleben können Ist die Mehrheit dafür muß der Rest das so akzeptieren und umgekehrt So funktioniert Demokratie
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