Russischer Ex-Doppelagent Ermittler finden Giftspuren an Skripals Haustür

Neue Erkenntnisse im Fall des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal: Der Russe und seine Tochter wurden offenbar zu Hause vergiftet. Das gab die britische Polizei bekannt.

REUTERS

Der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia sind wohl zu Hause mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Das teilte die britische Polizei mit. Demnach wurde die höchste Konzentration des Gifts an der Tür des Wohnhauses von Sergej Skripal im englischen Salisbury gefunden.

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der Innenstadt von Salisbury entdeckt worden. Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass sie mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff vergiftet wurden. Beide befinden sich seitdem in einem kritischen, aber stabilen Zustand.

Russland streitet jegliche Verantwortung für den Anschlag ab. Trotzdem wiesen weltweit inzwischen 26 Staaten russische Diplomaten aus, darunter auch Deutschland, Frankreich und die USA. Die Gesamtzahl der betroffenen Personen liegt bei mehr als 140. Sieben weitere russische Diplomaten wurden von der Nato vor die Tür gesetzt.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes hieß es versehentlich, Skripal sei bei dem Anschlag getötet worden. Wir haben die Angaben korrigiert.

bam/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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RalfHenrichs 28.03.2018
1. Wird immer seltsamer
Nowitschok soll angeblich ein hochwirkendes toxisches Gift. Jetzt heißt es, dass Skripal und Tochter zu Hause vergiftet worden sind. Danach waren sie in einem Restaurant essen und sind danach zu einer Bank gegangen, wo sie zusammengebrochen sind. Bei dem Gang zur Bank waren noch keine Vergiftungserscheinungen zu erkennen. Wie viel Zeit zwischen der Einnahme des Giftes vor ihrer Haustür bis zur Bank vergangen ist, weiß ich nicht, würde mich aber interessieren. Wie diese Zeitspanne dann aber zu einem solchen Giftgas passen soll, würde mich auch interessieren. Am Ende war es noch nicht einem Nowitschok. Wie auch immer, zumindest wird es immer seltsamer und unwahrscheinlicher, dass Russland damit etwas zu tun hat.
carahyba 28.03.2018
2. Wird immer misteriöser ...
Zuerst kursierte die Koffergeschichte mit Flughafen in Russland, dann die Blumenstraussversion, jetzt ist es das Haus des Vergifteten; ähh, ja nein, es war die Haustür. Die Ermittler sollten sich endlich entscheiden, welche für sie die "most probably" Version ist, man ist allmählich total desorientiert. Ich hoffe auch, dass die Experten der internationalen Organisation, die für Massenvernichtungsmittel zuständig ist, endlich ihre Expertise abgeben.
Filsbachlerche 28.03.2018
3. (Es) "wurde die höchste Konzentration des Gifts "
an der Tür des Wohnhauses gefunden. Und das wird erst über drei Wochen nach Auffindung der Vergifteten der Öffentlichkeit mitgeteilt? Es erscheint unwahrscheinlich, daß diese Erkenntnis neuesten Datums ist. Warum erst jetzt?
marcus06 28.03.2018
4. Russe vs Brite
Warum steht im Artikel, dass Skripal Russe sei? Ich dachte, er wäre britischer Staatsbürger? Das sollte man bitte differenzieren und macht den Mordanschlag auf Vater und die völlig unbeteiligte Tochter (!) ja besonders pikant und skandalös. Die Indizien sprechen klar für einen Geheimauftrag der russischen Regierung oder deren Behörden zur Liquidierung. Die Süddeutsche schreibt dazu: "Ein klares Motiv für den Mordversuch führt ebenfalls nach Russland. Dort hat die Duma vor zwei Jahren ein Gesetz beschlossen, das die Liquidierung von Überläufern und Hochverrätern auch im Ausland erlaubt.". Das dürfen Länder niemals akzeptieren und Russland nicht durchgehen lassen. Harte Reaktionen sind richtig und werden lehrreich...
jsavua 28.03.2018
5. Rätselhaft
Wie am Ende die Beweislage sich auch ergeben mag, bleibt es unerklärlich, wie diese Flut von Vergeltung ausgelöst werden konnte, bevor die Fakten geklärt wurden. Erscheint bezeichnend für eine Ära von mangelnder Staatskunst, und bedrohlich.
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