Nervengiftangriff Julija Skripal aus Krankenhaus entlassen

Wochenlang musste sie sich nach dem Nervengiftangriff medizinisch behandeln lassen, nun konnte Julija Skripal das Krankenhaus verlassen. Auch ihr Vater mache "guten Fortschritt", hieß es.

Julja Skripal
AFP/ FACEBOOK ACCOUNT OF YULIA SKRIPAL

Julja Skripal


Die ersten Berichte klangen besorgniserregend: Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julija könnten womöglich nach dem Nervengasangriff nicht mehr vollständig genesen. Jüngst meldete sich Julija Skripal dann aus dem Krankenhaus zu Wort. Sie fühle sich jeden Tag stärker, hieß es in einer Erklärung. Nun hat sie das Krankenhaus verlassen. Das bestätigten Offizielle der Einrichtung.

Nach Berichten der britischen Sender BBC und "Sky News" wurde sie schon am Montag aus dem Krankenhaus entlassen. Das bedeute aber nicht das Ende ihrer Behandlung, sagte die Direktorin des Krankenhauses, Christine Blanshard. Diese betonte zudem, dass auch Sergej Skripal "guten Fortschritt" mache: "Obwohl er sich langsamer erholt als Julija, hoffen wir, dass er das Krankenhaus zu gegebener Zeit auch verlassen kann", sagte sie.

Sergej und Julija Skripal wurden am 4. März bewusstlos in der englischen Stadt Salisbury aufgefunden. Sie waren mit einem Nervengift angegriffen worden. Nach Geheimdienstangaben aus Großbritannien wurden die beiden mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Das Nervengift wurde einst in der früheren Sowjetunion produziert. Die Bundesregierung schließt sich der Einschätzung in London an.

Vergangene Woche teilte Julija Skripal überraschend mit: "Ich bin vor einer Woche aufgewacht und bin sehr froh mitteilen zu können, dass ich jeden Tag stärker werde", schrieb sie in einer Erklärung, die die Londoner Polizei veröffentlichte.

Schon am Freitag war bekannt geworden, dass auch Sergej Skripal sich mittlerweile außer Lebensgefahr befindet. Das hatten seine Ärzte in Salisbury berichtet. "Er spricht gut auf die Behandlung an, seine Gesundheit verbessert sich schnell, und er ist nicht mehr in kritischem Zustand", hatten die Mediziner mitgeteilt.

Der Fall hatte enorme Spannungen zwischen den Regierungen in London und Moskau ausgelöst.

SPIEGEL TV über das Nervengift Nowitschok

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mho/Reuters



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