Fall Skripal Russische Diplomaten müssen Nato-Vertretung verlassen

Die Nato reagiert auf den Nervengiftanschlag im englischen Salisbury: Sie weist sieben russische Diplomaten aus, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg
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Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg


Wegen des Nervengiftanschlags im englischen Salisbury hat nun auch die Nato Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt. Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte an, dass sieben Mitarbeitern der russischen Nato-Vertretung die Akkreditierung entzogen werde.

Zudem werde die russische Delegation künftig nur noch 20 Personen groß sein dürfen. Dies entspreche einer Reduzierung der Maximalgröße um zehn Personen. "Das wird eine klare Botschaft an Russland senden, dass es Kosten und Konsequenzen für sein inakzeptables Verhaltensmuster gibt", sagte Stoltenberg.

Bei dem Anschlag in Salisbury waren Anfang März der frühere Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julija schwer vergiftet worden. Die Täter nutzten dabei nach derzeitigem Ermittlungsstand den in der Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok. Großbritannien gibt Russland die Schuld an dem Attentat. Moskau streitet jegliche Verantwortung dafür ab.

Die Nato-Staaten hatten den Anschlag auf Skripal bereits Mitte des Monats verurteilt und ihre Solidarität mit Großbritannien zum Ausdruck gebracht. Zuletzt wiesen rund zwei Dutzend Nato-Partner Großbritanniens und Verbündete mehr als 140 russische Diplomaten aus.

Moskau zeigt sich verärgert

Stoltenberg deutete an, dass zumindest ein Teil der ausgewiesenen Diplomaten verdächtigt wird, für russische Geheimdienste zu arbeiten. Er machte allerdings klar, dass die Nato trotz der Strafmaßnahmen den Dialog mit Russland fortsetzen wolle.

Die Arbeit der russischen Nato-Vertretung hatte das Bündnis bereits im Zuge des Ukraine-Konflikts stark eingeschränkt. Uneingeschränkten Zugang zum Hauptquartier in Brüssel haben so nur noch vier Personen.

Moskau zeigte sich erneut erzürnt über die Sanktionen aus dem Westen. "Wir werden antworten. So eine Gemeinheit will niemand einfach hinnehmen, auch wir werden das nicht tun", sagte Außenminister Sergej Lawrow in Taschkent. Er teilte jedoch nicht mit, welche Schritte unternommen werden und zu welchem Zeitpunkt diese folgen sollen. "Russland ist bereits dabei, Maßnahmen als Antwort vorzubereiten", sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der Nachrichtenagentur dpa.

mho/Reuters/AFP/dpa



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