Moskaus Außenminister Lawrow "Niemand hat das Recht, über Russland verärgert zu sein"

Die russische Regierung ist verärgert über die Kritik an ihrer Ukraine-Politik. Das Handeln des Westens habe dem Kreml keine andere Wahl gelassen, argumentiert Außenminister Sergej Lawrow.

Lawrow in Tunis: "Niemand darf ausgeschlossen werden"
DPA

Lawrow in Tunis: "Niemand darf ausgeschlossen werden"


Moskau/Tunis - Der Westen reagiert mit Unverständnis auf die russische Ukraine-Politik - wofür der Kreml seinerseits kein Verständnis hat. "Niemand hat das Recht, über Russland verärgert zu sein", sagte Außenminister Sergej Lawrow. "Die EU und die USA haben ihre Verpflichtungen in der Ukraine nicht erfüllt."

Er rief zu einem offenen Dialog auf, um die Krise zu beenden. "Niemand darf ausgeschlossen werden", forderte Lawrow am Rande eines Besuchs in der tunesischen Hauptstadt Tunis. Er bedauerte, dass sich der Westen gegen eine Regierung in Kiew stelle, die das ganze politische Spektrum umfasse.

"Unsere Haltung in dieser Frage wird sich nicht ändern, und ich hoffe, dass unsere Partner dafür Verständnis haben", sagte Lawrow. Er setze darauf, dass der Westen auf Sanktionen gegen Russland verzichte. Das russische Vorgehen auf der Krim verteidigte der Außenminister. Die Soldaten hätten Waffen und Sprengstoff auf der ukrainischen Halbinsel sichergestellt.

Zuvor hatte bereits Präsident Wladimir Putin das Vorgehen seiner Regierung gerechtfertigt. Die Militäroperation in der Ukraine sei notwendig, um die russische Minderheit zu schützen. "Wir sind besorgt wegen der Orgien der Nationalisten, Extremisten und Antisemiten in der Ukraine. Die Menschen sind wegen dieser Gesetzlosigkeit bekümmert", sagte Putin auf einer Pressekonferenz.

Er behalte sich alle Mittel zum Schutz der Russen in der Ukraine vor, kündigte der Kreml-Chef an. "Wir werden nicht zusehen, wenn sie verfolgt und vernichtet werden."

syd/Reuters

insgesamt 85 Beiträge
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Heidi Langstrumpf 04.03.2014
1. Achtung, Achtung, ...
Zitat von sysopAFPDie russische Regierung ist verärgert über die Kritik an ihrer Ukraine-Politik. Das Handeln des Westens habe dem Kreml keine andere Wahl gelassen, argumentiert Außenminister Sergej Lawrow. http://www.spiegel.de/politik/ausland/sergej-lawrow-hat-kein-verstaendnis-fuer-kritik-an-russland-wegen-krim-a-956858.html
... hier spricht die Gedanken- und Gefühlspolizei! Sie dürfen sich nicht ärgern! Wer sich ärgert kann mit Lagerhaft in Sibirien bestraft werden!
JohannesJung 04.03.2014
2. niemand darf ausgeschlossen werden...
Herr Lawrow hat bereits in der Vergangenheit mehrmals sein diplomatisches Geschick bewiesen. Seine Forderung erscheint mehr als vernünftig. Herr Steinmeier ist gut beraten, wenn er sich häufiger mit seinem russischen Kollegen treffen würde, auch wenn die Gespräche schwierig sind.
schobo 04.03.2014
3. Mindermehrheit
Was ist denn nun? Die russische Minderheit soll geschützt werden. Ich dachte, auf der Krim leben mehrheitlich Russen.
mint CCC 04.03.2014
4. Vor der eigenen Türe kehren...
Dass ich aus Russland noch einmal Sorgen über "Nationalisten, Extremisten und Antisemiten" hören darf!
FreemanG 04.03.2014
5. Wenn die Lage nicht so ernst wäre,
würde ich eher über Russland lachen. Die zwei Komiker Putin und Lawrow liefern ja genug Material, wenn auch eher unfreiwillig....
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