Russlands Außenminister Lawrow attackiert Trumps Iran-Politik

Donald Trump droht mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen Iran. Russlands Außenminister Lawrow wirft dem US-Präsidenten vor, mit seinem Kurs die internationale Lage zu destabilisieren.

Russlands Außenminister Sergei Lawrow
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Russlands Außenminister Sergei Lawrow


Russland lehnt die Forderung der USA nach einer Änderung des internationalen Atomabkommens mit Iran ab. Auf seiner Jahrespressekonferenz in Moskau stellte Außenminister Sergej Lawrow klar, sein Land werde den Versuch der USA nicht unterstützen, den Wortlaut des Vertrages zu ändern und Dinge einzufügen, die für Iran völlig unannehmbar seien.

Lawrow warf den USA vor, die internationale Lage zu destabilisieren: "Die jüngsten Äußerungen, die auf ein Scheitern des Abkommens zielen, bringen keinerlei Optimismus und Stabilität." Präsident Donald Trump hatte Ende vergangener Woche ein Ultimatum gesetzt, das Atomabkommen umzusetzen. Sonst würden die USA einseitig wieder Sanktionen gegen Teheran verhängen. Iran legt der Vereinbarung von 2015 zufolge die mögliche Entwicklung von Atomwaffen auf Eis, im Gegenzug werden internationale Sanktionen aufgehoben.

Kritik auch an der US-Syrienpolitik

Sollten die USA das Atomabkommen kippen, könnte sich das schädlich für die Bemühungen um einen Dialog mit Nordkorea erweisen, warnte Lawrow. Unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das Iran-Abkommen als Beispiel für die Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Konflikts mit Nordkorea um das Raketenprogramm von Pjöngjang angeführt.

Lawrow kritisierte auch den Aufbau einer neuen Grenztruppe in Syrien durch die von den USA unterstützten Rebellen. Die Schaffung einer Rebellenzone könnte auf die Spaltung des Landes hinauslaufen, sagte er. Das syrische Außenministerium bezeichnete das Vorhaben als eklatanten Angriff auf die staatliche Souveränität. Die Armee sei entschlossen, jede Form einer US-Präsenz im Land zu beenden, zitierte das Staatsfernsehen Ministeriumskreise. Der Plan der USA wird auch von der Türkei kritisiert. Sie befürchtete ein Erstarken der Kurden im eigenen Land.

Die US-geführte Koalition plant den Aufbau einer 30.000 Kämpfer starken Einheit, die die von Rebellen kontrollierten Gebiete absichern soll. Sie soll an den Grenzen des von den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) kontrollierten Gebiets eingesetzt werden - einem Bündnis von Milizen in Nord- und Ostsyrien, das von der kurdischen YPG-Miliz dominiert wird.

als/dpa/Reuters



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querdenker22 15.01.2018
1. Eine klare Sprache der Vernunft
Sie wird aber nicht gehört werden, denn es ist ja ein böser Russe ...
kuac 15.01.2018
2. Nicht begriffen
Trump ist kein Dealmaker. Entweder Sanktionen oder Atomdeal. Beides zusammen geht nicht. Womöglich geht es Trump nur um seine jüdischen Wählerstimmen.
FK-1234 15.01.2018
3. Zynisch
...anders kann man solche Verlautbarungen Lawrows nicht bezeichnen. Dessen Propaganda ist derart irrational, dass ihm -genauso wie Putins- ohnenhin niemand mehr glaubt. Hat sich Putins Russland jemals um internationals Stabilität gekümmert ...außer sie passt zu den eigenen Machtinteressen. Im Gegenteil, Russland selbst tut alles, um die europäischen Demokratien zu destabilisieren...von der Einmischung in den US-amerikanischen Wahlkampf ganz zu schweigen.
freigeist1964 15.01.2018
4. was soll man zu Lawrow sagen
Zitat von FK-1234...anders kann man solche Verlautbarungen Lawrows nicht bezeichnen. Dessen Propaganda ist derart irrational, dass ihm -genauso wie Putins- ohnenhin niemand mehr glaubt. Hat sich Putins Russland jemals um internationals Stabilität gekümmert ...außer sie passt zu den eigenen Machtinteressen. Im Gegenteil, Russland selbst tut alles, um die europäischen Demokratien zu destabilisieren...von der Einmischung in den US-amerikanischen Wahlkampf ganz zu schweigen.
Wo er Recht hat da hat er Recht. Denn wenn Trump die Atomvereinbarungen doch noch kippen sollte, dann bedeutet das letztendlich, dass man sich auf das Wort der USA nicht verlassen kann. Dann haette der Iran alles Recht der Welt, sich Atomwaffen zuzulegen, ob es den USA oder Israel und nun passt oder nicht. Im Grossen und Ganzen hat die USA schon das Gesicht verloren, denn so wie es ist, kann man die USA mit Trump nicht mehr ernst nehmen.
fomic 15.01.2018
5. Wo liegt das Problem?
Zitat von FK-1234...anders kann man solche Verlautbarungen Lawrows nicht bezeichnen. Dessen Propaganda ist derart irrational, dass ihm -genauso wie Putins- ohnenhin niemand mehr glaubt. Hat sich Putins Russland jemals um internationals Stabilität gekümmert ...außer sie passt zu den eigenen Machtinteressen. Im Gegenteil, Russland selbst tut alles, um die europäischen Demokratien zu destabilisieren...von der Einmischung in den US-amerikanischen Wahlkampf ganz zu schweigen.
Wo genau liegt das Problem? Dass Russland seine Interessen vertritt, komme was wolle? Oder das Russland sich der selben Instrumente wie die Amerikaner, bzw. unsere frei Welt, bedient? Mal ganz davon abgesehen, dass Lawrow wohl zu den fähigsten und erfahrensten Diplomaten weltweit gehört. Wenn uns der Frieden wirklich am Herzen liegt, dann müssen wir aufhören in Lagern zu denken. Nur so erzielt man Konsens-wenn man den überhaupt sucht...
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