Chronologie 1971, 1989, 2007 - wenn Moskau und London Diplomaten rauswerfen

London beschuldigt Moskau, hinter dem Angriff auf Ex-Agent Skripal zu stecken. 23 russische Diplomaten sollen deshalb Großbritannien verlassen. Kein Einzelfall, wie der Blick in die Historie zeigt.

Russische Botschaft in London
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Russische Botschaft in London


Als Reaktion auf den Giftanschlag von Salisbury hat die britische Regierung harte Sanktionen gegen die russische Regierung verhängt: Die bilateralen Kontakte zu Moskau werden vorerst ausgesetzt und 23 russische Diplomaten aus Großbritannien ausgewiesen.

Das Vorgehen Londons ist nicht neu: In Zeiten von diplomatischen Krisen haben beide Regierungen schon mehrfach gegenseitig Diplomaten ausgewiesen.

Der schnelle Überblick:

1971: Großbritannien entdeckt ein großes Spionagenetzwerk im eigenen Land und weist deshalb 105 sowjetische Diplomaten aus. Die Antwort: 18 Briten müssen Moskau verlassen.

1985: Der britische Geheimdienst organisiert die Flucht des ranghohen KGB-Agenten Oleg Gordijewski in den Westen. Deshalb müssen 25 Briten Moskau verlassen. London weist 31 sowjetische Diplomaten aus.

1989: Großbritannien und die Sowjetunion weisen unter wechselseitigen Spionagevorwürfen jeweils elf Diplomaten aus.

1996: Russland weist vier britische Diplomaten wegen Spionage aus. Vier Russen müssen London verlassen.

2007: Wieder weist jedes Land vier Diplomaten aus, nach dem Giftmord mit radioaktivem Polonium an dem Ex-Agenten und Kremlkritiker Alexander Litwinenko in London 2006.

mho/dpa



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