Visa-Antrag abgelehnt Skripals Nichte darf nicht nach Großbritannien einreisen

Die nächste Episode im Streit zwischen Moskau und London: Viktoria Skripal, Nichte des vergifteten russischen Ex-Spions, wurde die Einreise nach Großbritannien verweigert. Russland fordert bereits eine Erklärung.

Britische Flagge vor dem Elizabeth Tower in London
DPA

Britische Flagge vor dem Elizabeth Tower in London


Viktoria Skripal, die Nichte des vergifteten russischen Ex-Spions Sergej Skripal, darf nicht nach Großbritannien einreisen. Das teilte das britische Innenministerium mit. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wollte Viktoria Skripal eigentlich die ebenfalls vergiftete Tochter des Ex-Spions, Julija Skripal, abholen und mit zurück nach Russland nehmen.

Die britischen Behörden teilten mit, dass Viktoria Skripals Antrag auf ein Visum abgelehnt wurde, weil es "die Bedingungen der Einreiseregeln nicht erfüllt hat". Details wurden in der Erklärung nicht genannt. Der Nachrichtenagentur AP sagte Viktoria Skripal, ihr sei mitgeteilt worden, dass sie am Freitagnachmittag zur britischen Botschaft in Moskau kommen solle. Letztendlich habe ihr die Botschaft aber eine E-Mail gesandt und den Termin abgesagt.

Moskau fordert nun eine Erklärung der britischen Behörden, warum Viktoria Skripal nicht einreisen durfte. Das sagte ein Sprecher des russischen Außenministeriums laut der russischen Nachrichtenagentur Ria.

Sergej und Julija Skripal mittlerweile außer Lebensgefahr

Sergej und Julija Skripal wurden am 4. März bewusstlos in der englischen Stadt Salisbury aufgefunden. Sie waren mit einem Nervengift angegriffen worden. Am Donnerstag ließ Julija Skripal in einer Erklärung mitteilen, dass sie sich auf dem Weg der Besserung befinde. Auch Sergej Skripal ist laut seiner Ärztin mittlerweile außer Lebensgefahr.

Großbritannien geht davon aus, dass Russland für die Attacke verantwortlich ist und beruft sich auf geheimdienstliche Informationen. (Lesen Sie hier einen Kommentar zu dem Thema.) Die Bundesregierung hält die Sicht der Briten für "äußerst plausiblel".

Als Reaktion auf den Vorfall hatten Deutschland sowie viele weitere Nato-Partner zahlreiche russische Diplomaten ausgewiesen. Moskau reagierte wiederum mit der Ausweisung 60 US-amerikanischer Diplomaten. Außerdem schloss Russland das US-Konsulat in Sankt Petersburg.

aev/Reuters/AP

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