Russischer Ex-Doppelagent Skripals Tochter ist außer Lebensgefahr

Die Ermittler entdeckten Spuren eines Kampfstoffs an der Haustür: Der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia wurden in England grausam vergiftet. Der Zustand der 32-Jährigen hat sich jetzt verbessert.

Julia Skripal
imago / Russian Look

Julia Skripal


Hoffnung im Fall Sergej Skripal: Die Tochter des früheren russischen Doppelagenten ist offenbar außer Lebensgefahr. Julia Skripal befinde sich "nicht mehr in einem kritischen Zustand", teilte das sie behandelnde Hospital in Salisbury mit. Ihr Zustand "verbessert sich zügig", hieß es.

"Sie hat gut auf die Behandlung reagiert, wird aber weiterhin rund um die Uhr medizinisch betreut", sagte Christine Blanshard, medizinische Direktorin des Krankenhauses in Salisbury in einer Erklärung. Sergej Skripal befinde sich aber weiterhin in kritischem Zustand.

Skripal und seine Tochter waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der Innenstadt von Salisbury entdeckt worden. Beide fielen daraufhin ins Koma. Die britischen Ermittler gehen davon aus, dass sie mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden.

Die beiden wurden offenbar zu Hause vergiftet. Das teilte die britische Polizei mit. Demnach wurde die höchste Konzentration des Gifts an der Tür des Wohnhauses von Sergej Skripal gefunden.

Der Fall löste eine tiefe diplomatische Krise zwischen Ost und West aus. Weltweit wiesen inzwischen 27 Staaten russische Diplomaten aus, darunter auch Deutschland, Frankreich und die USA. Die Gesamtzahl der betroffenen Personen liegt bei mehr als 140. Sieben weitere russische Diplomaten wurden von der Nato vor die Tür gesetzt. Russland streitet jegliche Verantwortung für den Anschlag ab.

Österreich kritisiert Ausweisung russischer Diplomaten

Die Massenausweisung russischer Diplomaten in der Skripal-Affäre ist aus Sicht des österreichischen Außenministeriums auf unbewiesener Grundlage erfolgt. "Wir haben einen Vorfall, dessen Sachverhalt der Aufklärung noch harrt", sagte Außenministerin Karin Kneissl am Donnerstag in Wien.

Es hätte andere diplomatische Möglichkeiten gegeben, auf den Verdacht angemessen zu reagieren, so die Chefdiplomatin weiter. Österreich sei mit seiner Position, keine russischen Diplomaten auszuweisen, in der internationalen Gemeinschaft alles andere als isoliert.

als/Reuters/AFP/dpa



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