Ausweisung von Diplomaten USA verurteilen Reaktion aus Russland als "nicht gerechtfertigt"

Die USA haben mit scharfer Kritik auf die Ausweisung von Diplomaten in Russland reagiert. Das Außenministerium kündigte eine Antwort an.

Heather Nauert
AP

Heather Nauert


Die USA haben die angekündigte Ausweisung ihres diplomatischen Personals aus Russland als "nicht gerechtfertigt" kritisiert. "Wir lesen das, wir bewerten das und wir behalten uns das Recht einer Antwort vor", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, in Washington.

"Es gibt keine Rechtfertigung für diese Antwort", sagte Nauert in Bezug auf den russischen Schritt, der der Ausweisung von 60 Russen aus den USA folgt, die angeblich für russische Geheimdienste gearbeitet haben. Es sei deshalb nicht angemessen, US-Diplomaten im Gegenzug auszuweisen. Nauert sagte zudem, dass Russland nicht die Opferrolle einnehmen solle.

Moskau verfügte, dass allein aus den USA 60 Diplomaten binnen einer Woche Russland verlassen müssen; zudem wird das amerikanische Generalkonsulat in St. Petersburg geschlossen.

Hintergrund des diplomatischen Streits ist der Giftangriff Anfang März auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia in Südengland. Dazu sagte Nauert: "Russland isoliert sich mit diesem dreisten Chemieanschlag." Es gebe keinen Zweifel an der Täterschaft Russlands. Beweise hierfür wurden öffentlich jedoch bisher nicht vorgelegt.

Die russischen Handlungen vom Donnerstag deuteten darauf hin, dass Moskau gegenwärtig nichts an einer Verbesserung der Beziehungen gelegen sei, sagte Nauert. Sie warf Russland zudem vor, die Regierung von Baschar al-Assad in Syrien zu unterstützen und so die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland zu verlängern.

bam/dpa



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Trollflüsterer 29.03.2018
1.
Die für mich beste Antwort aus den USA wäre gar keine Antwort auf die Retourkutsche aus Russland. Einfach machen lassen und ignorieren.
flux71 29.03.2018
2.
Drei Äußerungen lassen aufhorchen: 1. "Nicht gerechtgertigt", sagt genau DAS Land, das mit der Ausweiserei doch angefangen hat. Jetzt wundern die sich, dass Russland dasselbe macht? 2. "Die russischen Handlungen vom Donnerstag deuteten darauf hin, dass Moskau gegenwärtig nichts an einer Verbesserung der Beziehungen gelegen sei". -- Ja, wo sind wir denn hier? Was soll immer dieses Mimimi, wie im Kindergarten ist das. Wenn EUCH, werte USA, an einer Verbesserung der Beziehung zu Russland "gelegen sei", dann setzt euch ins Flugzeug! 3. "Sie warf Russland zudem vor, die Regierung von Baschar al-Assad in Syrien zu unterstützen und so die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland zu verlängern." -- Ja, da ist die wahre Fratze des Populismus und des Trumpismus: Wir schütten zwei Dinge in einen Topf, vermengen es und benutzen es, um weiter zu eskalieren. Völlug unabhängig von dem, was Russland gerade macht oder nicht macht: Mit den USA in diesem Zustand ist wirklich nichts Gutes mehr zu erreichen. Das ist jämmerlich. Wo soll das bloß nur enden?
mischamark 29.03.2018
3. Nur weiter so!
Wenn es so weiter geht, wird die kritische Masse erreicht, die einen militärischen Konflikt zwischen Natostreitkräften und Russland unabdingbar macht. Selten hat sich der Westen so dumm angestellt, als bei dieser Geschichte. Beim Irakkrieg war der Gegner Saddam Hussein, dessen Streitkräfte durch jahrelange Sanktionen geschwächt waren, militärisch also kein ernst zu nehmender Gegner für die USA. Und doch wissen wir, dass das Endresultat nicht gerade optimal war. Diesmal haben es die westlichen Demokratien geschafft, die russische Opposition auf Jahrzehnte zu schwächen und Putin in eine unangreifbare Position zu erheben. Tolle Leistung! Ich traue Putin auch viel zu, aber ein solcher Vollidiot ist er nicht, um einen abgehalfterten Spion auf solch theatralische Art und Weise von dilettantischen Akteuren ins Jenseits beförden zu lassen, und schon gar nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Und sollte es wirklich zu einem miltärischen Konflikt kommten, was glaubt man dadurch zu gewinnen? Zwar ist es richtig, dass man bei den Erfolgsgeschichten des russischen Militärs die Hälfte als potemkische Dörfer abziehen muss, aber was tatsächlich vorhanden ist, reicht aus um den westlichen Streitkräften empfindlich zu schaden, und das alles im Herzen Europas. Schöne Aussichten. Die Fussballweltmeisterschaft kann man sich wohl auch abschminken.
Fürstengruft 29.03.2018
4. Sich gegenseitig ärgern
Das hat doch nichts mehr mit Diplomatie zu tun. Vielleicht kann jemand mal hier im Forum Antwort auf folgenden Umstand geben. Falls ich es bei ntv gestern richtig bei einem Kommentar verstanden habe, jeder ausgewiesene Diplomat kann durch einen neuen Diplomaten ersetzt werden, falls das Gastland akkreditiert. Das wäre doch vollkommener Unsinn.
fixik 29.03.2018
5.
Wieso denkt USA, dass Russland ein Interesse an Verbesserung der Beziehungen haben sollte? Wenn das Ganze gegen die Wand fährt, dann ist das so. Da gehören beide dazu. Wenn USA das Bedauern, dann liegt es an denen was dagegen zu machen. Eventuell kommt Russland entgegen. Deren Weltmachtstatus ist nun mal vorbei. Das muss USA langsam einsehen.
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