Sex-Skandal beim Secret Service: Obamas Agenten ließen sich 20 Frauen kommen

In der Affäre um die Leibwächter des US-Präsidenten werden neue Details bekannt. Alle suspendierten Agenten sollen Frauen mit auf ihr Hotelzimmer in Kolumbien genommen haben, auch neun Angehörige des Militärs waren bei der Feier dabei. Barack Obama drängt auf rasche Aufklärung.

Barack Obama, Secret-Service-Agenten: Der Präsident erwartet rasche Aufklärung Zur Großansicht
REUTERS

Barack Obama, Secret-Service-Agenten: Der Präsident erwartet rasche Aufklärung

New York - Im Sex-Skandal um Agenten des Secret Service gibt es neue Beweise. Alle elf Agenten, gegen die ermittelt wird, hätten tatsächlich Frauen mit aufs Hotelzimmer im kolumbianischen Cartagena genommen. Das sagte der republikanische Abgeordnete Peter T. King am Dienstag in Washington. King ist der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Abgeordnetenhaus.

Der Leiter des Secret Service, Mark J. Sullivan, hatte zuvor King über die Untersuchungen unterrichtet, ebenso wie die Senatorin Susanne Collins, die Obfrau der Republikaner im Heimatschutzausschuss. Collins sagte, es seien 20 oder 21 Frauen nachts von den amerikanischen Männern mit auf das Hotelzimmer genommen worden.

Neben den elf Agenten des Secret Service sind offenbar bis zu neun Angehörige des Militärs anwesend gewesen. Das geht aus einer vorläufigen Untersuchung des Verteidigungsministeriums hervor, berichtet die "Washington Post". Dabei seien Aufzeichnungen der Hotelkameras ausgewertet worden. Zuvor war man von fünf Angehörigen des US-Militärs ausgegangen.

Prostituierte und Alkohol im Fünf-Sterne-Hotel

Die Teilnahme von US-Präsident Barack Obama am Amerika-Gipfel in Kolumbien war am Samstag durch die Affäre überschattet worden. Agenten des Secret Service und Soldaten, so hieß es in US-Regierungskreisen, hätten sich vorige Woche im Fünf-Sterne-Tagungshotel Caribe in Cartagena mit Prostituierten und Alkohol vergnügt. Der Secret Service suspendierte elf Mitarbeiter und schickte sie nach Hause. Auch fünf Angehörige der US-Armee wurden abkommandiert.

Senatorin Collins zeigte sich besorgt, ob die Frauen etwa Verbindungen zu feindlichen Organisationen hätten und die Sicherheit des US-Präsidenten, der später anreiste, in irgendeiner Form hätten gefährden können.

Sullivan erklärte, sie sei "absolut entsetzt" über die Vorwürfe und habe eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Alle mutmaßlich beteiligten Agenten des Secret Service seien bereits befragt worden. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre dies ein Sicherheitsverstoß mit "potentiell äußerst ernsthaften" Folgen, sagte die Senatorin. "Wir wissen nicht, wer diese Frauen sind. Sie könnten Spione sein, sie könnten mit feindlichen Kräften verbunden sein, sie könnten die Waffen der Agenten unbrauchbar gemacht oder Wanzen platziert haben." Allerdings war keiner der mutmaßlich beteiligten Agenten direkt für Obamas Sicherheit verantwortlich.

"Dann wäre ich natürlich sauer"

Der Abgeordnete King sagte, dass die Agenten die Frauen allesamt in derselben Bar kennengelernt hätten. Es gebe keine Hinweise, dass die Frauen die Agenten bewusst ausgeguckt hätten.

US-Präsident Obama hatte am Sonntag gesagt: "Falls sich herausstellt, dass sich einige der Vorwürfe bestätigen, die in der Presse gemacht wurden", wand sich der Präsident, "dann wäre ich natürlich sauer." Sein Sprecher Jay Carney betonte am Dienstag, Obama habe weiterhin Vertrauen in Sullivan, den Leiter des Secret Service. Der Präsident rechne mit rascher Aufklärung.

Die Frage, was die Affäre für den Secret Service bedeutet, wollte Carney nicht beantworten. Die Untersuchung müsse ihren Gang nehmen, bevor man über ihren Ausgang spekuliere, sagte Carney.

fab/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 25 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. nur 22 ? wo das dort doch so preiswert zu haben ist
albert schulz 17.04.2012
Mein Gott, das sind junge Männer mit etwas wirren Gedanken, was Frauen angeht, also total normal. Interessant ist nur, warum es rauskommt. Offensichtlich hat der CIA mal wieder versagt. Oder war es Absicht, auf Geheiß interessierter Kreise ?
2. Sekret Service
bjbehr 17.04.2012
Dumpfbacken-Machos, die unfähig sind zu erkennen, dass sie sich selbst entlarven - wie von der kalifornischen Traumfabrik in zig Filmen voraussagend inszeniert: ein selbstgerechtes Großkotz-Konglomerat, wiederzufinden in so vielen Bereichen, dass es mittlerweile typisch ist für dieses ganze Land.
3. Skandal?
Systemrelevanter 17.04.2012
Kann mir nochmal jmd. erklären, wo jetzt der Skandal für Obama ist?
4.
mr.verloc 17.04.2012
Ich verstehe ja, dass angesehene amerikanische Zeitungen sich mit diesem Thema aus irgendeinem Grund beschäftigen, aber ist diese Angelegenheit in irgendeiner Weise für die deutsche Gesellschaft wichtig? - Ich glaube nicht.
5.
andraxos 17.04.2012
Das aelteste Gewerbe der Welt, weil es immer Nachfrage gibt. Die prueden US verleugnen sowas, aber das gibt sogar in US. Und Alkohol wird dort auch verkauft. Die Damen koennen Spione sein? Laecherlich. Wieso wird so ein Thema ueberhaupt gebracht? Was bringt das ausser vielleicht einem neidischen Wutbuerger?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Barack Obama
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 25 Kommentare
Fotostrecke
Obamas Elite-Truppe: Sexskandal beim Secret Service

Fläche: 1.141.748 km²

Bevölkerung: 46,295 Mio.

Hauptstadt: Bogotá

Staats- und Regierungschef: Juan Manuel Santos

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | Kolumbien-Reiseseite

Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | USA-Reiseseite