Hamburg/Washington - Drei weitere Mitarbeiter des Secret Service mussten ihren Abschied nehmen - eine Konsequenz aus dem Sex-Skandal des US-Geheimdienstes in Kolumbien: Elf Secret-Service-Mitarbeiter und mehrere Angehörige der US-Armee hatten sich im Vorfeld des Amerika-Gipfels, an dem auch Präsident Barack Obama am Samstag vergangener Woche teilnahm, Prostituierte in ein Hotel in Cartagena bringen lassen.
Die Erklärung des Secret Service zu den Entlassungen am Freitag fiel betont knapp aus: "Drei weitere Mitarbeiter haben sich entschieden, zurückzutreten", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme. Am Mittwoch hatten wegen der Affäre bereits drei Geheimdienstmitarbeiter den Hut nehmen müssen: Einer ging in Rente, einer trat zurück, einer wurde entlassen.
Ans Licht kam die Affäre laut "New York Times" wegen eines Streits zwischen einer der Prostituierten und einem Agenten um die Bezahlung. 20 oder 21 Frauen insgesamt sollen nachts von den Amerikanern auf die Zimmer eines Fünf-Sterne-Tagungshotel mitgenommen worden sein. Das hatte am Dienstag schon Peter King, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Abgeordnetenhaus bestätigt. Obama hatte daraufhin eine umfassende Aufklärung der Affäre gefordert. Bei den Untersuchungen sollen auch Lügendetektoren eingesetzt worden sein.
Der US-Präsident selbst empfing am Freitag nach Angaben eines hochrangigen Regierungsmitarbeiters den Geheimdienstchef Mark Sullivan im Weißen Haus. Am Dienstag hatte er noch über seinen Sprecher verbreiten lassen, er vertraue auch weiterhin auf Sullivan. Zuletzt hatte es in Washington aber zunehmend Spekulationen gegeben, dass der oberste Geheimdienstler wegen der Affäre seinen Job verlieren könnte.
Unmittelbar vor dem Treffen im Weißen Haus hatte die Armee mitgeteilt, dass neben den Geheimdienstmitarbeitern inzwischen auch gegen elf Angehörige der Streitkräfte ermittelt wird. Ein Militärsprecher erklärte, die Untersuchungen richteten sich gegen sechs Mitglieder von Spezialeinsatzkräften, vier Marinesoldaten und ein Mitglied der Luftwaffe. Ein Oberst der Luftwaffe sei nach Kolumbien geflogen, um die Fakten zu sichern.
cbu/dpa/AFP
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