Weitere Kündigungen in Sex-Affäre: Obama nennt Leibwächter "Schwachköpfe"

Der Sex-Skandal des US-Geheimdienstes zieht weitere Konsequenzen nach sich: Zwei Sicherheitsleute müssen infolge der Untersuchungen zu den Prostituiertenkontakten in Kolumbien den Secret Service verlassen. Präsident Obama nannte die Betroffenen ein paar "Schwachköpfe".

US-Präsident Obama (l.) mit Leibwächtern: "Ich weiß nicht, was die sich gedacht haben" Zur Großansicht
REUTERS

US-Präsident Obama (l.) mit Leibwächtern: "Ich weiß nicht, was die sich gedacht haben"

Washington - Zwei weitere Mitarbeiter des Secret Service scheiden infolge des Sex-Skandals aus dem Dienst aus, einem weiteren Agenten soll die notwendige Sicherheitsüberprüfung entzogen worden sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. "Ich weiß nicht, was die sich dabei gedacht haben", sagte US-Präsident Barack Obama über die betroffenen Agenten.

Die Affäre - mitten im Wahljahr - kommt für Obama äußerst ungelegen. Der Präsident lobte 99,9 Prozent seiner Leibwächter für die "hervorragende Arbeit" und den Schutz, den der Secret Service ihm und seiner Familie biete, die von dem Skandal betroffenen elf Mitarbeiter nannte er hingegen eine "Gruppe von Schwachköpfen".

Insgesamt haben nun bereits acht Secret-Service-Mitarbeiter ihre Posten wegen des Sex-Skandals geräumt - sie wurden entlassen, kündigten selbst oder gingen in Rente. Elf Secret-Service-Mitarbeiter und mehrere Angehörige der US-Armee hatten sich im Vorfeld des Amerika-Gipfels Mitte April, an dem auch Präsident Barack Obama teilnahm, Prostituierte in ein Hotel in Cartagena bringen lassen.

Ans Licht kam die Affäre laut "New York Times" wegen eines Streits zwischen einer der Prostituierten und einem Agenten um die Bezahlung. 20 oder 21 Frauen insgesamt sollen nachts von den Amerikanern auf die Zimmer eines Fünf-Sterne-Tagungshotel mitgenommen worden sein. Das hatte Peter King, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Abgeordnetenhaus, bestätigt. Obama hatte daraufhin eine umfassende Aufklärung der Affäre gefordert. Bei den Untersuchungen sollen auch Lügendetektoren eingesetzt worden sein.

Der Skandal scheint sich derweil auszuweiten: Senator Joseph Lieberman sagte, Informanten hätten in seinem Büro angerufen und Hinweise auf frühere Verhaltensverstöße von Secret-Service-Mitarbeitern gegeben. "Wir fangen an, mit ihnen zu reden", sagte Lieberman.

lgr/Reuters

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1. prüdes Amerika
marcuspüschel 25.04.2012
Ihre Aufgabe ist es im Ernstfall zwischen dem Präsidenten und den Kugeln eines Attentäters zu stehen. Das ist natürlich voll okay. Söldnerseelen... Aber bevor der Chef kommt nochmal die Sau rauslassen - oder gar - Gott behüte - Sex!!! - nein, geht gar nicht. Den angeblichen Skandal erst richtig aufgebauscht hat die neue(!) zuständige Chefin Paula Reid, welche offenbar mit den Machos in ihrem Job so gar nicht klar kommt. Denn das eine gewisse Lebenslust sogar bei den Leibwächtern angesagt war, davon zeugt doch schon die Tatsache, dass selbst die sogenannten Aufpasser mitgefeiert haben. Aber dank Paula ist jetzt Schluss mit lustig. Die andere Spassbremse muss der komplett blödsinnige Hotelmanager gewesen sein. Da zetert eine Prostituierte in seinem Hotel, und der ist total überfordert und geht beim Chef seiner Kunden petzen. Die verbliebenen Agents sehen tristen Zeiten entgegen. Aber im Notfall kann sich Obama ja eine kürzlich arbeitslos gewordene Amazonenschutztruppe anlachen. Die feiern nur mit Vorgesetzten. Da kann dann auch Paula nicht mehr rumzicken.
2. Doppelmoral
templer76 25.04.2012
Make love not war! Würden sich die Weltherscher an diese Maxime halten, wäre die Welt für alle ein besserer Ort. Nebenbei: Wieviel zahlt Herr Obama für seine Frau?
3.
Preppy 25.04.2012
Zitat von sysopDie Affäre - mitten im Wahljahr - kommt für Obama äußerst ungelegen. Der Präsident lobte 99,9 Prozent seiner Leibwächter für die "hervorragende Arbeit" und den Schutz, den der Secret Service ihm und seiner Familie biete, die von dem Skandal betroffenen elf Mitarbeiter nannte er hingegen eine "Gruppe von Schwachköpfen".
Die "11 Schwachköpfe" gehören ja offensichtlich nicht zu den "99,9%" die hervorragende Arbeit leisten, sondern zu den restlichen 0,1%. Kann ich dann zu Recht davon ausgehen, dass Obama mindestens 11000 Leibwächter hat?
4.
SpitzensteuersatzZahler 25.04.2012
Zitat von templer76Wieviel zahlt Herr Obama für seine Frau?
Da er gut ausgebildet, ansehnlich und US Präsident ist, denke ich, dass Michelle unentgeltlich mit ihm zusammen ist.
5. ...
mathaeus 25.04.2012
"Der Skandal scheint sich derweil auszuweiten: Senator Joseph Lieberman sagte, Informanten hätten in seinem Büro angerufen und Hinweise auf frühere Verhaltensverstöße von Secret-Service-Mitarbeitern gegeben. "Wir fangen an, mit ihnen zu reden", sagte Lieberman." Als wäre es das erste Mal gewesen... Ich frage mich nur, wer oder was dahintersteckt? Wahlkampf? Ein missglückter Versuch Obama zu diskreditieren?
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