Reaktion auf Raketentests Sicherheitsrat setzt Nordkorea mit neuen Strafen unter Druck

Der Uno-Sicherheitsrat reagiert auf die neuen Raketentests von Nordkorea: Einstimmig wurden weitere Strafmaßnahmen beschlossen. US-Verteidigungsminister Mattis bezeichnete das Land als "eindeutige Gefahr".

Kim Jong Un inspiziert Rakete (Archivaufnahme)
KCNA/REUTERS

Kim Jong Un inspiziert Rakete (Archivaufnahme)


Als Reaktion auf die fortgesetzten Raketentests hat der Sicherheitsrat der Uno die Sanktionen gegen Nordkorea ausgeweitet. Das Gremium verabschiedete einstimmig Strafmaßnahmen gegen 14 Regimevertreter, zwei Handelsfirmen, die Koryo-Bank sowie gegen die für strategische Raketen zuständige Einheit der nordkoreanischen Streitkräfte.

Die Betroffenen wurden mit einem Reiseverbot belegt, ihr Vermögen im Ausland wurde eingefroren. Zu ihnen zählt auch Cho Il U, der mutmaßliche Chef der Auslandsspionage. Es ist die siebte Uno-Resolution dieser Art seit 2006, Wirkung gezeigt hat bisher keine von ihnen.

Für die von den USA eingebrachte Entschließung stimmte auch China und damit der wichtigste Verbündete von Machthaber Kim Jong Un. Auf schärfere Sanktionen wie etwa ein Ölembargo oder Handelseinschränkungen, wie sie von den USA ins Gespräch gebracht worden waren, verzichtet die Resolution allerdings.

Allein seit Anfang 2016 hat das Regime in Pjöngjang zwei Atomwaffentests sowie Dutzende Raketentests vornehmen lassen. Es arbeitet an der Entwicklung atomarer Langstreckenraketen mit einer Reichweite bis zum US-Festland.

Mitte Mai hatte die nordkoreanische Armee nach offiziellen Angaben eine neu entwickelte Mittel-/Langstrecken-Rakete getestet, die nach 787 Kilometern planmäßig im Meer landete. Ausländischen Experten zufolge war es die Rakete mit der längsten Reichweite, die das abgeschottete Land jemals getestet hat. "Die anhaltenden Provokationen zertrampeln internationale Bemühungen um eine friedliche Lösung", sagte Japans Uno-Botschafter Koro Bessho.

US-Verteidigungsminister James Mattis bezeichnete das Land angesichts seiner nuklearen Ambitionen und wiederholten Raketentests als "eindeutige und aktuelle Gefahr". Selbst China müsse seinen Schützling Pjöngjang eher als Belastung denn als Aktivposten sehen, sagte Mattis am Samstag bei einer regionalen Sicherheitskonferenz in Singapur. Daher setzte er auf Unterstützung Chinas, das Nordkorea schon mehrfach zur Kooperation aufgerufen hatte. "Diesen Worten müssen Taten folgen", sagte Mattis.

als/Reuters/dpa

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gammoncrack 03.06.2017
1. Man hat ja das Gefühl, dass, je mehr Sanktionen verabschiedet werden,
desto verrückter wird dieser Despot. Hier ist die betroffene Weltgemeinschaft scheinbar sehr machtlos, selbst die Chinesen. Dass es kein Ölembargo gibt, verwundert allerdings schon. Wer keinen Treibstoff besitzt kann doch möglicherweise auch keine Raketen starten? Es ist sieht so aus, als ob hier immer nur die Hälfte gemacht wird. Kim wird sich hoffentlich auch nur mit der Hälfte zufrieden geben, also nur Rakteten starten und ins Meer stürzen lassen.
kuac 03.06.2017
2.
Kim und Trump, das sind zwei politische Amokläufer. Keine gute Situation für dir Welt.
quark2@mailinator.com 03.06.2017
3.
Die Wikipedia zum Atomwaffensperrvertrag von 1968 (!!): "Die fünf offiziellen Atommächte, die diesen Status dadurch erlangten, dass sie vor dem 1. Januar 1967 eine Kernwaffe gezündet haben (s. Artikel IX), verpflichten sich im Gegenzug, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen […] über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle“ (s. Artikel VI)." Nordkorea hat seine Unterzeichnung zurückgezogen. Also was will man hier eigentlich ? Gaubt irgendwer, daß die Atommächte ernsthaft daran arbeiten, die Dinger loszuwerden ? Ich nicht. Glaubt irgendwer, Nordkorea könnte seine Politik unbeeinträchtigt von den Großmächten machen, hätte man nicht diese Dinger ? Ich nicht. Nein, ich finde es überhaupt nicht toll, daß Nordkorea diese Waffen hat. Aber ich kann verstehen, warum sie die haben wollen. Und ich sehe niemanden in der moralischen Position, sie ihnen verwehren zu können. Wir liefern kein positives Beispiel. Die Ukraine hätte ihre Krim vermutlich noch, wenn sie ihre Atomwaffen nicht abgeliefert hätte, oder ? Konsequenz: Die UNO gehört umgebaut. Es sollte endlich gleiches Recht für alle Staaten und internationale Gerichte geben, die dann für alle geltend darüber urteilen. Dumm nur, daß dann Bush, Rumsfeld und Obama gleich auf der Anklagebank wären, direkt neben Kim Jun ...
step75 03.06.2017
4. Lächerliche Sanktionen
Einreiseverbot, Vermögen einfrieren einzelner Personen usw... Wie lächerlich ist das denn! Das einzige was schmerzen würde, wären Ölembargo oder Handelseinschränkungen wie von den USA gefordert. Der dicke Kim lacht uns doch alle aus.
snert 03.06.2017
5. Autsch!
Das wird Kim Jong Un aber sehr, sehr weh tun. Wahrscheinlich wird er die Liste dieser außerordentlich schmerzhaften Strafmaßnahmen morgen beim täglichen Stuhlgang kurz vor sich und danach hinter sich haben. Mit sehr viel Glück hat er sich totgelacht. Da ist ein wenig mehr gefordert, als mal kurz mit dem Zeigefinger zu winken, böse zu schauen und "Du, Du!" zu sagen. Zumal auf der gegnerischen Seite ein infantiler Psychopath sitzt, der über funktionierende Atomwaffen verfügt. Und dass amerikanische Präsidenten gern mal durch einen Krieg von internen Schwierigkeiten ablenken, ist ja nicht neu. Irgend jemand im Forum, der Donald das nicht zutraut?
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