Teheran - Die Bilder erinnern an Slapstick-Comedy: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad beugt sich vor und versucht, dem geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei die Hand zu küssen - und zielt ins Leere. Unbeholfen rettete sich der viel kleinere Staatschef an die Schulter Chameneis, wo jener einen Kuss schließlich lächelnd gewähren lässt.
Was wie eine Panne im Protokoll aussieht, ist mehr als nur eine kleine Unbeholfenheit. In Iran gilt der Handkuss als eine der höchsten Bekundungen von Respekt. Vor vier Jahren hatte Ahmadinedschad Chamenei nach seinem Wahlsieg die linke Hand geküsst, das Foto wurde auf den Titelseiten mehrerer Zeitungen gedruckt.
In diesem Jahr wurde dem Staatschef diese Ehre nun verwehrt - warum, ist allerdings unklar. Denn schließlich war es gerade Chamenei, der nach dem Vorwurf der Wahlfälschung und trotz blutiger Proteste an der Präsidentschaft Ahmadinedschads festgehalten hatte.
Diese politischen Unruhen sind indes aufs Neue entflammt: Nur wenige Stunden nach der offiziellen Bestätigung der Wiederwahl protestierten am Montag wieder Tausende Iraner gegen das Wahlergebnis. Die Demonstranten versammelten sich an einem Platz am Rande des Zentrums von Teheran. Nach Angaben von Augenzeugen versuchten Sicherheitskräfte, die Protestierenden auseinanderzutreiben.
Am Mittwoch soll Ahmadinedschad vereidigt werden und innerhalb von zwei Wochen sein neues Kabinett vorstellen. Der Vorsitzende des Expertenrates und Ex-Präsident, Akbar Haschemi Rafsandschani, hatte - zusammen mit prominenten Oppositionellen wie dem anderen unterlegenen Kandidaten Hossein Mussawi sowie Ex-Präsident Mohammed Chatami - die Bestätigungszeremonie boykottiert.
hoc/dpa
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