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Siegesparade in Russland: Moskau fährt sein Waffenarsenal auf

Russlands traditionelle Siegesparade geriet zur Demonstration militärischer Stärke: Panzer rollten über den Roten Platz, Tausende Soldaten marschierten im Gleichschritt, die Armee ließ Abschussrampen für Interkontinentalraketen auffahren. Präsident Putin beschwor Moral, Prinzipien - und Frieden.

Moskau: Siegesparade mit schwerem Gerät Fotos
AFP

Moskau - Mit einer riesigen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau hat Russland am Mittwoch des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 67 Jahren gedacht. Der neue Präsident Wladimir Putin nahm gemeinsam mit dem am Vortag ernannten Regierungschef Dmitrij Medwedew die traditionelle Parade ab.

Wie gewohnt marschierten dabei Tausende Soldaten über den Roten Platz. Zahlreiche Panzer und Abschussrampen für atomwaffenfähige Raketen wurden aufgefahren, um die militärische Stärke Russlands zu demonstrieren.

Die Sowjetunion habe bei der Beendigung des Zweiten Weltkriegs eine Schlüsselrolle gespielt, sagte Putin in einer Ansprache vor zahlreichen Veteranen und Sowjetpolitikern, darunter der letzte sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow. Russland habe deshalb auch heute noch das "moralische Recht", seine Haltungen auf der internationalen Bühne "prinzipientreu und entschlossen" zu vertreten. Sein Land werde alles für eine "friedliche und sichere Zukunft" tun, versprach der neue Präsident.

Vor wenigen Tagen hatte der russische Generalstabschef angekündigt, der Kreml ziehe einen Erstschlag in Erwägung, sollte der Streit mit den USA über das in Europa stationierte Raketenabwehrsystem sich zuspitzen. Putin selbst ging darauf in seiner Ansprache nicht direkt ein.

Während in den meisten Ländern der 8. Mai 1945 als Tag der Kapitulation Deutschlands gefeiert wird, gilt in Russland der 9. Mai als Tag des Siegs. Mit etwa 27 Millionen Opfern hat die damalige Sowjetunion im sogenannten Großen Vaterländischen Krieg von 1941 bis 1945 so schwere Verluste erlitten wie kein anderes Land.

Der Aufmarsch am Mittwochmorgen begann bei feucht-kühlem Wetter mit einer Schweigeminute für die Kriegsopfer und dem Glockenschlag des Spasski-Turms am Kreml. Wie zu solchen Anlässen üblich, stiegen vor der Zeremonie auch in diesem Jahr wieder Flugzeuge der russischen Luftwaffe auf, um mit chemischen Mitteln die Regenwolken zu vertreiben und für gutes Wetter zu sorgen.

ffr/AFP/dpa/dapd

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Forum - Präsidentschaftswahl in Russland - ist Putin noch der Richtige?
insgesamt 300 Beiträge
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1. Stärke und Stabilität
duk2500 26.02.2012
Russland braucht nach dem Desaster des Kommunismus und den Chaos der Übergangszeit jetzt Stabilität und eine starke Führung zur weiteren politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Daran hat der Westen leider kein Interesse. Befremdlich auch wie viele westliche Intellektuelle die nie oder nur halbherzig die kommunistischen Diktaturen kritisierten, jetzt lautstark gegen bestimmte und notwendige Eigenarten der "gelenkten Demokratie" protestieren.
2.
Finnländer 26.02.2012
Bringen Sie doch erstmal ihre Fakten zusammen: 35.000 waren das Ziel. Ihr Aufmacher auf der Titelseite: ---Zitat--- Mit etwa 35.000 Menschen war die Kundgebung in Moskau die größte des Landes. ---Zitatende--- Die Veranstalter sprechen von 30.000, die Polizei von 11.000 Teilnehmern. Es werden also wohl um die 15.000 gewesen sein.
3. 3
LaRussophobe 26.02.2012
Zitat von sysopWladimir Putin wird aller Vorraussicht nach neuer Präsident Russlands. Trotz der seit Monaten anhaltenden Proteste gegen ihn und das politische System, welches sich unter ihm in den vergangenen 12 Jahren etabliert hat. Was denken Sie - ist Putin der Richtige, um Russland in den kommenden Jahren zu führen? Oder ist eine Erneuerung des Landes mitsamt der politischen Institutionen überfällig?
Ja, überfällig. Denn Putins dritte Amtszeit steht unter einem anderen Stern als der vom Ölpreis gepushte Einstieg des ehemaligen Geheimdienstlers vor zwölf Jahren. Inzwischen sind Staat und Infrastruktur zerfallen und die Korruption zerfrisst die verbliebenen Reste. Die überfällige Modernisierung in Armee, Bildungs- und Gesundheitswesen wurde schon in satten Zeiten versäumt. Und die von Putin nun installierte Elite wird sich um sie trotz gegenläufiger Rhetorik auch in den nächsten Jahren nicht kümmern. Russland droht der weiter beschleunigte Abstieg in Richtung Dritte Welt. Putins nächste Amtszeit steht unter dem Stern des Zerfalls: Die neue Dritte Welt - taz.de (http://www.taz.de/!78808/)
4. Lachnummer
M67 26.02.2012
Diese Anzahl der Demonstranten bei einer 11 Millionenstadt wie Moskau ist einfach nur lächerlich. Was soll dieser Bericht eigentlich bedeuten. Kohl war 16 Jahre Bundesknzler der BRD, darüber regt sich keiner auf. Laßt doch endlich Russland in Ruhe und kümmert Euch um die Ungerechtigkeiten in diesem Lan, da haben wir alle Hände voll zu tun. Einfach nur langweilig das ewige Gezedere.
5. Der Übereifer des Westens
michaelslo 26.02.2012
Zitat von sysopWladimir Putin wird aller Vorraussicht nach neuer Präsident Russlands. Trotz der seit Monaten anhaltenden Proteste gegen ihn und das politische System, welches sich unter ihm in den vergangenen 12 Jahren etabliert hat. Was denken Sie - ist Putin der Richtige, um Russland in den kommenden Jahren zu führen? Oder ist eine Erneuerung des Landes mitsamt der politischen Institutionen überfällig?
hat den Wunsch zum Vater des Gedankens. Eine starke Persönlichkeit - der richtige Mann für dieses Riesenreich - ist gut für Russland, schlecht für den Westen. Eine Marionette wäre dem Westen lieber. Jedwede "Proteste werden so aufgebauscht, als ob diese von Wladiwostok bis Smolensk reichen würden. Die ständigen Kritiker Putins sollten die Wahlbeteiligung in der BRD beachten - darauf kann der Westen nicht stolz sein.
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Bevölkerung: 143,972 Mio.

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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