"Bunga Bunga"-Affäre Berlusconi muss vor Gericht - schon wieder

Weitere Vorwürfe gegen Silvio Berlusconi: Wegen seiner berüchtigten "Bunga Bunga Partys" muss Italiens Ex-Ministerpräsident erneut vor Gericht. Er soll einen Teilnehmer bestochen haben.

Silvio Berlusconi
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Gegen Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird nach italienischen Medienberichten wieder ein Prozess eröffnet. Dabei geht es um den Vorwurf, dass sich der 81-Jährige das Schweigen eines Sängers erkauft haben soll, der an den berüchtigten "Bunga Bunga Partys" in der Villa Arcore bei Mailand teilgenommen hatte. Der Nachrichtenagentur Ansa und der Zeitung "La Repubblica" zufolge soll der Prozess am 23. November in Rom starten. Angeklagt sei auch der Sänger, dem Korruption und Falschaussage vorgeworfen würden. Er soll 157.000 Euro kassiert haben.

Die Vorwürfe sind nicht neu. Die Staatsanwaltschaft vermutete schon nach Ende des "Ruby-Prozesses", der 2015 mangels Beweisen in letzter Instanz mit einem Freispruch endete, dass Berlusconi Zeugen mehr als zehn Millionen Euro gezahlt haben soll, um Aussagen zu seinen Gunsten zu machen. Damals war dem Ex-Cavaliere Amtsmissbrauch vorgeworfen worden. Außerdem war er angeklagt, bei den "Bunga Bunga Partys" Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben, etwa mit der Tänzerin "Ruby".

Amtsverbot für Berlusconi aufgehoben

In Mailand und Siena laufen derzeit andere Prozesse, die sich ebenfalls um Zeugenbestechung drehen. In Turin beantragte die Staatsanwaltschaft, einen weiteren Prozess zu eröffnen.

Vor wenigen Tagen hatte ein Gericht in Mailand ein Ämterverbot gegen den Politiker wegen guter Führung aufgehoben. Es hatte ihn daran gehindert, bei der Parlamentswahl im März zu kandidieren. Am Mittwoch teilte die Staatsanwaltschaft in Mailand laut Ansa mit, nicht gegen diese Entscheidung vorgehen zu wollen. Berlusconi war nach einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung aus dem Senat ausgeschlossen worden. Eigentlich galt das Verbot bis 2019.

lie/dpa



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