Mugabe-Widersacher in Simbabwe "Das Krokodil" ist offenbar zurück

Simbabwes Präsident Mugabe hatte ihn verstoßen, nun soll sich Emmerson Mnangagwa, genannt "das Krokodil", wieder im Land befinden. Er gilt als Mann fürs Grobe - und könnte nach dem Militärputsch die Macht übernehmen.

Emmerson Mnangagwa
AP

Emmerson Mnangagwa


Nach seiner Entmachtung als Vizepräsident verließ Emmerson Mnangagwa Simbabwe. Doch seit dem Putsch im Land, mit dem die Generäle Präsident Robert Mugabe offenbar zum Rücktritt bewegen wollen, fällt immer wieder der Name von Mnangagwa, wenn es um die Präsidentennachfolge geht - er soll sich bereits im Land befinden.

"Ja, er ist zurück", hieß es am Freitag aus Mnangagwas Umfeld. Bisher war unklar, wo sich Mnangagwa aufhält, spekuliert wurde unter anderem über Südafrika.

Mnangagwa, genannt "das Krokodil", hat einen guten Draht in die Armee. Es gilt als denkbar, dass der Putsch in seinem Namen angezettelt wurde. Über Jahrzehnte war er Mugabes Mann fürs Grobe, er soll die Ermordung von Tausenden Oppositionellen befohlen haben.

Fotostrecke

11  Bilder
Militäraufmarsch: Schüsse in Simbabwe

Die Armee hatte Präsident Mugabe am Mittwoch unter Hausarrest gestellt, nachdem sich der Machtkampf um die Nachfolge nach der Entlassung von Mnangagwa zugespitzt hatte. Verschärft wurde die Lage durch die Präsidentschaftsambitionen von Mugabes Ehefrau Grace, die von der Armee strikt abgelehnt wird.

Es ist durchaus denkbar, dass Mnangagwa in Kürze in Harare aus einem Flugzeug steigt und sich zum Staatschef erklärt. Oder dass die Armee Mugabe zwingen will, selbst seinen Rücktritt zu erklären.

Unterdessen meldete das Militär des Landes die Festnahme mehrerer Vertrauter Mugabes. "Wir haben einige der Kriminellen gefasst, andere sind derweil noch auf freiem Fuß", erklärte das Militär.

Die Militärführung erklärte weiter, dass sie mit Mugabe über die nächsten Schritte spreche. Man werde die Bevölkerung informieren, sobald das Ergebnis der Gespräche feststehe.

mho/dpa/AFP



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hansriedl 17.11.2017
1. Mugabe will nicht zurücktreten
An Simbabwe sieht man einen der Gründe ganz gut weshalb Afrika generell trotz Entwicklungshilfen nicht auf die Beine kommt. Das liegt nicht immer an Despoten, Warlords oder was weiß der Geier sondern auch sehr an der Mentalität der Leute. Wir vertreiben die weißen Farmer, die uns ernährt haben und lassen anschließend das Ackerland brach liegen, was Hungersnöte auslöst und fortan jede Wertschöpfung unmöglich macht. Mnangagwa hat vor, weiße Farmer zurückzuholen, nachdem Mugabe-Günstlinge die Kornkammer Afrikas ruiniert haben. Bemerkenswert Afrika leidet unter den Klimawandel besonders heftig, und die Internationalen Konzerne den Kontinent noch immer ungeniert ausbeuten ... Dazu gehören dann auch Deutsche Molkereien wie MÜLLER, die in Afrika die einheimischen Märkte zerstören ... https://www.zdf.de/dokumentation/zd…h-100.html
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.