Simbabwe Kenias Premier fordert Mugabes Entmachtung

Chaos in Simbabwe: Während in dem Land eine Choleraepidemie wütet, hat Kenias Premierminister gefordert, Präsident Mugabe zur Amtsaufgabe zu zwingen. Großbritannien will härtere EU-Sanktionen durchsetzen, erhöht aber zugleich die Entwicklungshilfe für Simbabwe.


Hamburg/Nairobi/Den Haag - Der kenianische Premierminister Raila Odinga hat die afrikanischen Regierungen aufgefordert, Simbabwes Präsident Robert Mugabe zu entmachten. Nach einem Gespräch mit dem simbabwischen Oppositionsführer Morgan Tsvangirai sagte Odinga dem britischen Rundfunksender BBC: "Die Zeit für die Regierungen Afrikas ist gekommen, um Schritte zu ergreifen, die ihn von der Macht entfernen." Wenn Mugabe auf dem Kontinent isoliert sei, bleibe ihm keine andere Wahl, als sein Amt aufzugeben, so Odinga.

Simbabwes Präsident Mugabe: Großbritannien und Niederlande wollen schärfere Sanktionen
REUTERS

Simbabwes Präsident Mugabe: Großbritannien und Niederlande wollen schärfere Sanktionen

Mugabe hatte sich zu einer gemeinsamen Regierung mit der Opposition bereit erklärt, die als Sieger aus Parlamentswahl im März hervorgegangen war. Beide Seiten streiten aber immer noch über die Verteilung von Ministerposten.

Derweil gehe die Gewalt gegen die Bevölkerung in Simbabwe weiter, und die humanitäre Krise verschärfe sich, erklärte der niederländische Außenminister Maxime Verhagen in Den Haag. Zusammen mit Großbritannien forderten die Niederlande eine Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Simbabwe, um Mugabe zur Machtteilung mit der Opposition zu zwingen.

Simbabwe ruft Cholera-Notstand aus

Noch mehr Mitglieder von Mugabes Regierungszirkel müssten mit einem Reiseverbot belegt werden, sagte Verhagen. Die EU-Außenminister wollen über den britisch-niederländischen Vorschlag am Montag in Brüssel beraten.

Simbabwe rief unterdessen wegen der grassierenden Choleraepidemie im Land den nationalen Notstand aus. Das Land bitte um internationale Hilfe im Kampf gegen die Seuche, berichtete die staatliche Zeitung "Herald".

Der britische Premierminister Gordon Brown erklärte, London werde trotz der Meinungsverschiedenheiten mit Simbabwes Staatschef Mugabe die Entwicklungshilfe aufstocken. Nach Uno-Angaben hat die Seuche seit August schätzungsweise mehr als 500 Menschen das Leben gekostet.

tno/dpa/AP/AFP



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