Simbabwe Präsident Mnangagwa bei Wahl klar in Führung

Das Ergebnis der Präsidentenwahl in Simbabwe ist absehbar. Der Wahlkommission zufolge liegt Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa in neun von zehn Provinzen vorne.

Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa
AFP

Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa


Bei der Präsidentschaftswahl in Simbabwe liegt Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa von der Regierungspartei Zanu-PF Teilergebnissen zufolge klar in Führung. Das teilte die Wahlkommission am Donnerstagabend mit, die sich auf die Ergebnisse in neun von zehn Provinzen berief.

Mnangagwa liege mit etwa 2,1 Millionen Stimmen vor Oppositionsführer Nelson Chamisa (MDC), der auf etwa 1,9 Millionen Stimmen gekommen sei. Beide Kandidaten hatten sich zuvor bereits zum Sieger erklärt.

Am Montag waren die Menschen in Simbabwe aufgerufen, ein Parlament und einen Präsidenten zu wählen. Das Ergebnis der Parlamentswahlen steht schon seit dem Vortag fest: Die regierende Partei Zanu-PF erhielt die Zwei-Drittel-Mehrheit und kann damit die Verfassung ändern.

Gewaltsame Proteste

Zum ersten Mal ist seit der Entmachtung des langjährigen Herrschers Robert Mugabe gewählt worden. Gegen das offizielle Ergebnis ist gewaltsam protestiert worden. Drei Menschen kamen bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften am Mittwoch ums Leben.

Am Donnerstag erlagen der Polizei zufolge weitere drei Menschen ihren Verletzungen. Die Lage in Harare bleibe angespannt. Es sei nötig, dass die Armee für Sicherheit sorge.

Vor der Bekanntgabe des Ergebnisses hat die Polizei am Donnerstag die Zentrale der größten Oppositionspartei MDC in der Hauptstadt Harare gestürmt. 16 Menschen wurden festgenommen. Zuvor hatte die Polizei das Gebäude abgeriegelt.

Die Polizei sei mit einem Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss gekommen, sagte der Anwalt der Partei, Denford Halimani. Die Polizisten hätten erklärt, es gebe umstürzlerisches Material. Sie wollten dies sowie mehrere Computer beschlagnahmen und die Personen, die sich in der Parteizentrale aufhielten, in Gewahrsam nehmen. Möglicherweise handele es sich um Panikmache. "16 Personen wurden weggebracht, und wir werden nun herausfinden, ob sie inhaftiert wurden."

cop/AFP/Reuters



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