Simbabwe Parlamentspräsident meldet Mugabes Rücktritt

Nach fast 40 Jahren an der Macht ist Simbabwes Präsident Robert Mugabe offenbar zurückgetreten. Der Parlamentspräsident Jacob Mudenda erklärte, er habe einen entsprechenden Brief Mugabes erhalten.

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Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat seinen Rücktritt erklärt. Das teilte Parlamentspräsident Jacob Mudenda mit. Demnach habe der langjährige Staatschef seine Entscheidung in einem Brief verkündet. Als die Nachricht im Parlament verkündet wurde, brach unter den Abgeordneten Jubel aus.

In dem Schreiben hieß es, er habe die Entscheidung zum Rücktritt freiwillig getroffen, um einen unblutigen Machtübergang zu gewährleisten. Einen Nachfolger benannte er in dem Papier nicht. Er werde sich bald selbst öffentlich äußern, hieß es weiter. Mugabe war fast 40 Jahre an der Macht.

Das Parlament hatte am Dienstag bereits erste Schritte eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Mugabe eingeleitet. Der Prozess wurde nach der Bekanntgabe des Rücktritts abgebrochen.

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Nach 37 Jahren an der Macht: Mugabes Rücktritt, Party in Harare

Das Militär hatte in Simbabwe Mitte vergangener Woche die Macht übernommen und Mugabe unter Hausarrest gestellt. Die Regierungspartei Zanu-PF wählte Mugabe am Sonntag als Vorsitzenden ab und schloss ihn aus der Partei aus.

Mugabe hatte das ehemalige Rhodesien 1980 in die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien geführt. Er war zunächst Regierungschef, bevor er 1987 Präsident wurde. Seine Gegner werfen ihm einen autoritären Regierungsstil vor und machen ihn für Misswirtschaft verantwortlich.

Designierter Nachfolger forderte Rücktritt

Ein Ultimatum seiner Partei, bis Montagmittag freiwillig zurückzutreten, hatte Mugabe trotz Massenprotesten noch verstreichen lassen. Sein designierter Nachfolger Emmerson Mnangagwa forderte Mugabe am Dienstag auf, die öffentliche Meinung zu respektieren und auf sein Amt zu verzichten. Ein Rücktritt Mugabes würde es Simbabwe ermöglichen, "voranzukommen und sein Erbe zu bewahren".

Mugabe hatte Mnangagwa Anfang November entlassen und versuchte, seine Frau Grace stattdessen als Nachfolgerin aufzubauen. Das unterband das Militär nun. Mnangagwa hatte sich inzwischen nach Südafrika abgesetzt. Am Dienstag erklärte er, dass er erst nach Simbabwe zurückkehren werde, wenn seine Sicherheit gewährleistet sei.

vks/Reuters/AP

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