Simbabwe Wahlkommission bestätigt Sieg der Opposition - Stichwahl nötig

In Simbabwe soll eine Stichwahl über den künftigen Präsidenten des Landes entscheiden. Fünf Wochen nach dem ersten Durchgang veröffentlichte die Wahlkommission das amtliche Ergebnis. Demnach siegte Oppositionsführer Tsvangirai - verfehlte aber die absolute Mehrheit.


Harare - Seit dem 29. März warteten die Wähler in Simbabwe auf das Ergebnis der Präsidentschaftswahl. Am heutigen Freitag legte die Wahlkommission nun das Ergebnis vor: Morgan Tsvangirai siegte demnach mit 47,9 Prozent der Stimmen über Robert Mugabe. Der Amtsinhaber, der das Land seit 28 Jahren regiert, kam demnach auf 43,2 Prozent der Stimmen.

Wahlsieger Tsvangirai: Der Oppositionsführer lehnt eine Stichwahl ab
REUTERS

Wahlsieger Tsvangirai: Der Oppositionsführer lehnt eine Stichwahl ab

"Da kein Kandidat die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhielt ... wird eine zweite Wahl zu einem Zeitpunkt abgehalten, den die Wahlkommission festlegt", sagte deren Chef Lovemore Sekeramayi.

Mugabe hatte nach Angaben der senegalesischen Regierung in einem Gespräch seine Bereitschaft erklärt, eine Stichwahl und deren Ausgang zu akzeptieren.

Die Oppositionspartei Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) hat jedoch am heutigen Freitag eine Stichwahl abgelehnt. Sie beharrte in einem Treffen der Wahlkommission mit Kandidatenvertretern darauf, Tsvangirai habe auf Anhieb die absolute Mehrheit errungen.

In Simbabwe wurden vor fünf Wochen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abgehalten. Während die Stimmen der Parlamentswahl nach einem Wahlsieg der Opposition teilweise erneut ausgezählt werden sollen, stand die Veröffentlichung des Siegers bei der Präsidentenwahl aus. Wegen der Unregelmäßigkeiten und Verzögerungen nach der Wahl steht Simbabwe international unter Druck.

ler/AFP



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