Sipri-Studie China baut Waffenexport rasant aus

China hat seine Rolle im internationalen Waffenhandel weiter gestärkt. Die Volksrepublik liegt knapp hinter Deutschland auf Platz vier der Waffenexporteure. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri hat das kommunistische Regime Frankreich überholt.

Ausstellung chinesischer Waffen: Der Export wächst schnell
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Ausstellung chinesischer Waffen: Der Export wächst schnell


Stockholm - China mischt beim internationalen Waffenhandel immer stärker mit. Das kommunistische Land schwang sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit wichtigsten Exporteure auf. Es liegt nun auf Platz vier, berichtet das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am Montag. Die Volksrepublik überholte demnach im Zeitraum zwischen 2009 und 2013 Frankreich und steigerte seinen Weltmarktanteil auf sechs Prozent.

China liegt damit nun ganz knapp hinter Deutschland (sieben Prozent), aber noch weit hinter den USA (29 Prozent) und Russland (27 Prozent).

Noch bis vor wenigen Jahren spielte China als Exporteur im Rüstungssektor eine eher untergeordnete Rolle. Die Volksrepublik war vor allem für kleinere Waffen bekannt. Doch zuletzt änderte sich das. Peking konnte auf dem Waffenmarkt zum Beispiel auch mit einem Raketenabwehrsystem beeindrucken.

Das Land arbeitet seit Jahren an seinem Aufstieg zur militärischen Supermacht. 2013 betrug der Rüstungsetat des kommunistischen Regimes 112,2 Milliarden US-Dollar. Vor allem die Flotte und die Luftstreitkräfte wachsen. Dabei kauft China immer weniger Ausrüstung im Ausland zu. Laut dem Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) in London baut es die eigenen Rüstungsschmieden rasant aus.

Größter Käufer von Rüstungsgütern ist mit riesigem Abstand Indien: Das Land führt inzwischen fast dreimal so viele Waffen ein wie die nächstplatzierten Länder China und Pakistan. Die Rüstungsimporte schnellten im Vergleich zu dem vorangegangenen Zeitraum 2004 bis 2008 um 111 Prozent in die Höhe.

"Die chinesischen, russischen und US-amerikanischen Waffenlieferungen nach Südasien sind von wirtschaftlichen und politischen Überlegungen angetrieben", erklärte der Sipri-Forscher Siemon Wezeman. "Vor allem China und die USA scheinen die Lieferungen nach Asien zu nutzen, um ihren Einfluss in der Region zu stärken."

Deutschland ist weltweit größter U-Boot-Lieferant

Weltweit stieg der Handel mit Rüstungsgütern um 14 Prozent. Deutschlands Ausfuhren gingen dagegen im Vergleich zu 2004 bis 2008 um fast ein Viertel zurück. Deutschland blieb aber zwischen 2009 und 2013 größter Lieferant von U-Booten und war nach Russland zweitgrößter Exporteur von Panzern.

Größte Abnehmer der deutschen Rüstungsgüter waren zwischen 2009 und 2013 die USA (zehn Prozent), gefolgt von Griechenland und Israel (jeweils acht Prozent).

ler/dpa



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European 17.03.2014
1. China liegt bei der Industrieproduktion auf Platz 1
Zitat von sysopDPAChina hat seine Rolle im internationalen Waffenhandel weiter gestärkt. Die Volksrepublik liegt knapp hinter Deutschland auf Platz vier der Waffenexporteure. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri hat das kommunistische Regime Frankreich überholt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/sipri-china-holt-im-weltweiten-waffenhandel-auf-a-958946.html
Insofern spiegelt die Tatsache das es bei Rüstungsexporten nicht auf Platz 1 liegt, die Tatsache wieder daß das Land keinen großen Wert auf Militär legt. 2013 wurden 29% aller Werkzeugmaschinen weltweit nach China verkauft, 9% nach USA. Werkzeugmaschinen sind ein zuverlässiger Indikator für Industrieproduktion. Den Finger sollte man lieber auf Staaten wie Israel und USA zeigen, wo der militärisch industrielle Komplex einen ganz anderen Stellenwert hat und die Politik dementsprechend beeinflusst.
cirkular 17.03.2014
2. Raketenabwehrsysteme?
Das geht nun mal gar nicht, dass China Defensivwaffen verkauft. Solche Aggression muss unbedingt bekämpft werden. Kann die Bundeswehr da nicht mal ihrer neuen Verantwortung gerecht werden und auf einer dieser Waffenmessen eingreifen?
Worldwatch 17.03.2014
3. Ein Bombengeschaeft
Es laesst sich wohl gut Geld verdienen, mit den Instrumentenverkauf fuer den Tod. Nur, dass die einen die "guten Toetungswaffen", die anderen die schlechten Waffen lieferten, scheint reine Ideologie. Und, 'Vertrauen' und "Freundschaft" zum Thema, gleich wer lieferte, ganz und gar unpassende Vokabeln dazu. Interessenpolitik, ist das einzig adaequate Wort dazu. Fragt sich nur, wessen, bzw. welche?? Die Welt, ein Irrenhaus. Und die Insassen auch noch bis an die Zaehne bewaffnet. - Die Zukunft wird explosiver sein.
AxelSchudak 17.03.2014
4. China wird uns überholen
denn im Waffenhandel wird China deutlich weniger Skrupel haben, jeden zu beliefern der zahlen kann. Dennoch liegt China nicht in Konkurrenz zu Deutschland, sondern eher zu Russland - wo Rüstungsgüter ein wichtiger Exportfaktor sind. MEHR Moral und weniger Waffenexporte des Westens führen nicht zwangsläufig zu weniger Waffen, sondern können - werden - ganz im Gegenteil durch den Aufbau anderer Produktionsketten die Verfügbarkeit von Waffen weltweit deutlich erhöhen. Abhängig für Ersatzteile, Wartung oder Munition machen sich die Abnehmer damit von China anstatt von den bisherigen Produzenten. Wie sich das auswirkt, wird die Zukunft zeigen, aber ein Narr ist, wer davon gutes erwartet.
Worldwatch 17.03.2014
5. Von kaufen, und verkaufen
Mit Abstand am meisten Waffen verkauften die USA (29 Prozent der Exporte) und Russland (27 Prozent). Letzteres hat laut Sipri trotz der Krise seiner Waffenindustrie hohe Exportvolumen aufrechterhalten können. Mit Abstand groesster Importeur von Waffen sei, lt. Sipiri, Indien. Und neben Indien, seien China und Algerien die wichtigsten Kunden der Hauptwaffenexporteure. Frage aber, was liefert die USA an China? ;-)
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