Sipri-Studie Das sind die größten Waffenlieferanten der Welt

Der Waffenhandel boomt weltweit. Zu diesem Schluss kommt das Sipri-Friedensforschungsinstitut. Die Lieferanten sitzen oft in den USA und Europa. Wer kauft - wer verkauft?

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Fünf Staaten kommen für drei Viertel aller Waffenausfuhren weltweit auf. Zu diesem Ergebnis kommt das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri in seiner jüngsten Studie. Demnach standen die USA, Russland, Frankreich, Deutschland und China in den Jahren 2014 bis 2018 hinter 75 Prozent aller Waffenexporte weltweit.

Das Institut, einst vom schwedischen Parlament gegründet, versorgt seit Jahrzehnten Wissenschaftler, Politiker und Medien mit Daten, Analysen und Empfehlungen zu internationalen militärischen Fragen - in enger Zusammenarbeit mit der Uno und der EU. Finanziert wird es zum großen Teil von der schwedischen Regierung. Maßgebend bei der Auswertung ist die Gesamtzahl der gelieferten Waffen, nicht der wirtschaftliche Wert der Deals. Da Waffenlieferungen von Jahr zu Jahr sehr stark schwanken können, untersucht das Institut Zeiträume von fünf Jahren. Auf diese Weise sollen Trends auf dem internationalen Waffenmarkt langfristiger nachgezeichnet werden.

Der Studie zufolge nahm das Gesamtvolumen internationaler Waffentransfers zwischen 2014 und 2018 verglichen mit den vorangegangenen fünf Jahren um knapp acht Prozent zu, verglichen mit den Jahren 2004 bis 2008 um 23 Prozent.

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Sipri-Studie: Die größten Waffenlieferanten

Die fünf wichtigsten Importeure von Waffen waren Saudi-Arabien, Indien, Ägypten, Australien und Algerien. Die Einfuhren in den Nahen Osten verdoppelten sich in den vergangenen fünf Jahres fast. In allen anderen Regionen der Welt - Afrika, Nord- und Südamerika, Asien und Ozeanien sowie Europa - gingen die Importe gegenüber 2009 bis 2013 hingegen zurück.

USA

  • Die USA exportieren so viele Waffen wie keine andere Nation - und sie bauen ihren Vorsprung zu anderen Waffenexporteuren weiter aus.
  • 36 Prozent der weltweiten Exporte kommen aus den USA. Zwischen 2009 und 2013 waren es noch 30 Prozent.
  • Die Ausfuhren wuchsen in den vergangenen fünf Jahren gegenüber dem Zeitraum zwischen 2009 und 2013 um 29 Prozent. Mehr als die Hälfte der US-Ausfuhren gingen in den Nahen Osten.

Die USA hätten ihre Position als weltweit führende Waffenlieferanten weiter gefestigt, schreibt Aude Fleurant, beim Siri-Institut zuständig für das Thema Rüstungsausgaben. "In den vergangenen fünf Jahren haben die USA Waffen in mindestens 98 Länder exportiert; die Lieferungen umfassten häufig hochentwickelte Waffensysteme wie Kampfflugzeuge, Kurzstreckenraketen und ballistische Waffen sowie viele hochpräzise Bomben."

Russland

  • Mit großem Abstand zu den USA ist Russland der weltweit zweitgrößte Waffenlieferant. 21 Prozent aller Waffenexporte kamen im Untersuchungszeitraum aus dem Land.
  • Allerdings gingen russische Waffenexporte in den vergangenen fünf Jahren um 17 Prozent zurück. Dies liegt vor allem daran, dass die Hauptabnehmer Indien und Venezuela weniger Waffen aus Russland importierten als noch in den fünf Jahren zuvor.

Deutschland und Frankreich

  • Dritt- und viertgrößte Waffenexporteure weltweit sind Frankreich (6,8 Prozent Anteil an weltweiten Exporten) und Deutschland (6,4 Prozent).
  • Deutschlands Hauptabnehmer sind Südkorea, Griechenland und Israel. Außerdem hat die Bundesrepublik ihre Waffenverkäufe nach Ägypten deutlich gesteigert.
  • Ähnlich sieht es in Frankreich aus. Ägypten ist mittlerweile der größte Abnehmer von Waffenlieferungen aus dem Land. Auf Platz zwei und drei der Hauptabnehmer liegen Indien und Saudi-Arabien.
  • Beide Nationen steigerten ihre Rüstungsausfuhren deutlich: Deutschland um 13 Prozent, Frankreich gar um 43 Prozent.
  • Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union lieferten mehr als ein Viertel aller weltweit exportierten Waffen aus.

China

  • Außerhalb Europas und Nordamerikas ist die Zahl großer Waffenexporteure vergleichsweise gering. Fünftgrößter Waffenlieferant zwischen 2014 und 2018 war China (5,2 Prozent Anteil am weltweiten Waffenexport).
  • Damit hat das Land seine Waffenexporte um 195 Prozent gesteigert.
  • Gleichzeitig hat das Land sieben Prozent weniger Waffen importiert als noch im Vergleichszeitraum. Dennoch ist China auf Platz sechs der Waffenimporteure.
  • Die Zahlen aus China erklärt das Sirpi-Institut damit, dass die nationale Waffenindustrie in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht habe.

Naher Osten

  • Die Einfuhr von Rüstungsgütern in den Nahen Osten nahm um 87 Prozent zu. Mehr als ein Drittel des weltweiten Waffenimports in den vergangenen fünf Jahren entfiel auf Staaten aus der Region.
  • Saudi-Arabien ist der größte Waffenimporteur weltweit. Das Land verdreifachte seine Einfuhren (plus 192 Prozent).
  • "Die Nachfrage nach Waffen aus den USA, Großbritannien und Frankreich ist in der Golfregion groß, wo Konflikte und Spannungen zahlreich sind", sagt Pieter Wezeman von Sipri.
  • Ägypten ist der drittgrößte Importeur weltweit und hat seine Waffeneinfuhr um 206 Prozent gesteigert.
  • Syriens Einfuhren gingen gegenüber dem vorangegangenen Fünfjahreszeitraum um 87 Prozent zurück.

Das Sipri-Institut betrachtet den Nahen Osten als separate Region. Nicht arabischsprachige asiatische Länder werden unter Asien und Ozeanien zusammengefasst. In diese Region werden dem Institut zufolge noch immer die meisten Waffen weltweit geliefert - und das trotz des beträchtlichen Anstiegs von Importen im Nahen Osten. 40 Prozent aller importierten Waffen weltweit werden nach Asien und Ozeanien geliefert.

Australien steigerte seine Einfuhren um 37 Prozent und ist nun viertgrößter Importeur weltweit. In Indien gingen die Importe um knapp ein Viertel zurück. Was Sipri zufolge teilweise auch an Lieferprobleme auf Seiten der Exporteure liegt. Israel (3,1 Prozent) zählt ebenfalls zu den wichtigsten Exporteuren.

Insgesamt waren die Einfuhren sowohl in Nord- und Südamerika (minus 36 Prozent) als auch in Europa (minus 13 Prozent) sowie Afrika (minus 6,5 Prozent) rückläufig. In Afrika importierte Algerien mehr als die Hälfte aller an den Kontinent gelieferten Waffen.



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