Skandal um Auslandsvermögen: Französische Minister legen ihre Konten offen

Französische Ministerin Duflot: Konto zugänglich gemacht Zur Großansicht
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Französische Ministerin Duflot: Konto zugänglich gemacht

Die ersten Politiker in Frankreich machen ihre Vermögensverhältnisse öffentlich - eine Weisung der Regierung zwingt sie dazu. Drei Minister ließen sich auf die Konten schauen. Ex-Premier Fillon vollzog den finanziellen Striptease sogar im Fernsehen.

Paris - Nach der Affäre um das heimliche Auslandskonto von Ex-Haushaltsminister Jérôme Cahuzac legen in Frankreich reihenweise hochrangige Politiker ihr Vermögen offen. Eine Anordnung der Regierung, die diesen Schritt für Minister verpflichtend macht, stieß am Dienstag aber erneut auf Kritik. Proteste gab es von Oppositionspolitikern aber auch in den Reihen der regierenden Sozialisten.

Drei Minister veröffentlichten bis Montagabend ihre Einkünfte beziehungsweise Immobilien- oder Schmuckwerte: Die beiden Grünen Cécile Duflot und Pascal Canfin sowie die beigeordnete Ministerin für Behinderte, die Sozialistin Marie-Arlette Carlotti.

Auch mehrere Parlamentarier vor allem von den Grünen folgten dem Beispiel, aber auch Ex-Premierminister François Fillon von der konservativen UMP, der dies im Fernsehsender France 2 tat. Die Regierung von Staatschef François Hollande hatte infolge der Cahuzac-Affäre angekündigt, dass das Vermögen aller Minister bis kommenden Montag offengelegt werde.

Fillon kritisierte dies als ungenügend: In der Cahuzac-Affäre hätte eine solche Maßnahme nichts verändert. "Wenn jemand unehrlich ist, dann löst keine Regelung das Problem." UMP-Chef Jean-François Copé sprach von "Voyeurismus", "Heuchelei" und "Demagogie".

Wegen Konto-Lüge aus der Partei geflogen

Cahuzac hatte vor einer Woche den Besitz eines geheimen Auslandskontos eingestanden, nachdem er zuvor monatelang die Öffentlichkeit belogen hatte. Durch die Affäre ist Staatschef Hollande schwer in Bedrängnis geraten, der im Wahlkampf eine "vorbildliche" Republik versprochen hatte.

Nach der Affäre um sein heimliches Konto ist Ex-Minister Cahuzac formell aus der sozialistischen Partei ausgeschlossen worden. Der Parteivorstand der Sozialisten stimmte am Dienstag einstimmig für einen Ausschluss des Politikers, wie die Regierungspartei mitteilte. Cahuzac habe der Partei mit seinem "inakzeptablen" Verhalten "großen Schaden zugefügt". So habe er Staatschef François Hollande, das Parlament und die Franzosen "belogen".

jok/AFP

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