NSA-Whistleblower: Putin bietet Snowden Bleiberecht an - unter einer Bedingung

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Präsident Putin: "Russland liefert niemals jemanden aus"

Whistleblower Edward Snowden hat in Russland Asyl beantragt - und Kreml-Chef Putin erklärt: Snowden könne bleiben, er dürfe aber keine US-Geheimnisse mehr verraten. Der Amerikaner soll allerdings auch Asylanträge in 14 weiteren Staaten eingereicht haben.

Washington/Moskau - Edward Snowden beschäftigt seit Wochen die Weltpresse. Mit seinen Enthüllungen über die Überwachung des amerikanischen Geheimdienstes NSA und des britischen Geheimdienstes hat ein politisches Beben ausgelöst. Doch auch die Frage, was mit Snowden selbst passiert, wird heftig diskutiert.

Tagelang saß er offenbar im Transitbereich des Moskauer Flughafens fest. Nun steht fest: Er darf in Russland bleiben. Präsident Wladimir Putin bot dem flüchtigen IT-Spezialisten ein Bleiberecht an, sofern dieser den USA nicht weiter schade. "Wenn er hierbleiben möchte, gibt es eine Bedingung: Er sollte mit seiner Arbeit aufhören, die dagegen gerichtet ist, unseren amerikanischen Partnern Schaden zuzufügen - so merkwürdig sich das aus meinem Mund auch anhören mag", sagte Putin.

Die Konsularabteilung des russischen Außenministeriums auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo teilte mit, dass Snowden tatsächlich Asyl in Russland beantragt habe. Der 30-Jährige, der von der USA wegen Spionage per Haftbefehl gesucht wird, stellte seinen Antrag demnach am Sonntagabend.

Die britische Journalistin Sarah Harrison, die Snowden auf der Flucht begleitet, habe ein entsprechendes Gesuch übergeben, sagte der diensthabende Konsul Kim Schewtschenko. Er habe den Antrag des Amerikaners per Kurier an das russische Außenministerium weitergeleitet.

Asylanträge an 15 Staaten

Zugleich berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti, Snowden habe sich mit russischen Diplomaten getroffen. Dabei soll er sie gebeten haben, Anträge auf Asyl an 15 Staaten weiterzuleiten. Um welche Staaten es sich handelt, wurde zunächst nicht bekannt.

Eine Flucht Snowdens nach Ecuador wird durch die neueste Entwicklung unwahrscheinlicher - das sieht auch der ecuadorianische Präsident Rafael Correa so. Der Asyl-Antrag in Russland könnte den Fall "endgültig regeln", so Correa zur Nachrichtenagentur AFP. "Nach meiner Ansicht könnte die Lage von Herrn Snowden durch den Antrag an die russische Regierung abschließend geklärt werden", sagte er. Ecuador hatte sich zuvor zur Prüfung eines Asylantrags Snowdens bereiterklärt - sobald er sich auf dem Staatsgebiet des südamerikanischen Landes aufhalte.

Putin betonte , dass Snowden nicht mit den russischen Geheimdiensten zusammenarbeite. "In diesem Zusammenhang ist er ein freier Mensch", erklärte der frühere Geheimdienstchef. Politiker und Menschenrechtler in Moskau hatten zuletzt immer wieder vorgeschlagen, Snowden könne in Russland Asyl beantragen. "Russland liefert niemals niemanden nirgendwohin aus und plant dies auch nicht", sagte Putin.

Snowden war von den USA nach Hongkong gereist, um seine Enthüllungen über die Arbeit des US-Geheimdienstes NSA zu beginnen. Von dort aus flog er weiter nach Moskau, dann war von Ecuador als nächstem möglichen Fluchtpunkt die Rede - dort hatte er einen Asylantrag gestellt. Zuletzt hatte der Andenstaat die Verantwortung für das Schicksal Snowdens jedoch auf Moskau geschoben.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin schlug am Montag vor, Snowden in Deutschland oder einem anderen europäischen Land Zuflucht zu gewähren. Die aktuellen Enthüllungen des SPIEGEL über das Ausmaß der NSA-Überwachung in Europa stützen sich auf das Material Snowdens.

kgp/fab/AP/Reuters/dpa

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insgesamt 214 Beiträge
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1. ...
Strichnid 01.07.2013
Zitat von sysopNoch immer hält sich Whistleblower Edward Snowden auf einem Flughafen in Moskau auf, nun soll er 15 Länder um Asyl gebeten haben - und Kreml-Chef Putin erklärt: Snowden könne in Russland bleiben, er dürfe aber keine US-Geheimnisse mehr verraten.
Na, darauf kann er ja auch locker verzichten. Klugerweise hat er dafür vorgesorgt, dass ihn jemand unter Druck setzen will. Dann werden die Geheimnisse eben von einem der Inhaber der zahlreichen Kopien veröffentlicht, und nicht mehr von Snowden.
2.
Frau Mau 01.07.2013
Zitat von sysopNoch immer hält sich Whistleblower Edward Snowden auf einem Flughafen in Moskau auf, nun soll er 15 Länder um Asyl gebeten haben - und Kreml-Chef Putin erklärt: Snowden könne in Russland bleiben, er dürfe aber keine US-Geheimnisse mehr verraten. Snowden darf in Russland bleiben - unter Bedingungen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/snowden-darf-in-russland-bleiben-unter-bedingungen-a-908849.html)
Rußland ist ein freies und unabhängiges Land. Wer kann Snowden sonst helfen ? Das er nur unter der Bedingung den USA durch seine Enthüllungen nicht mehr schaden zu dürfen Asyl erhalten soll , ist von Putin absolut genial. Obama wird sich über diese Brosamen ganz besonders ärgern und das ist schonnal eine erste gute Strafe für Amerika
3. Putin...
mein Gott 01.07.2013
Zitat von sysopNoch immer hält sich Whistleblower Edward Snowden auf einem Flughafen in Moskau auf, nun soll er 15 Länder um Asyl gebeten haben - und Kreml-Chef Putin erklärt: Snowden könne in Russland bleiben, er dürfe aber keine US-Geheimnisse mehr verraten. Snowden darf in Russland bleiben - unter Bedingungen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/snowden-darf-in-russland-bleiben-unter-bedingungen-a-908849.html)
.... schießt damit ein Eigentor. Die westl. Staaten sollten aus G8 wieder G7 machen und damit Putin außen vor lassen. Dieser lupenreine Demokrat, selbst Geheimdienstler gewesen, macht jetzt auf menschenfreundlich.
4.
pennywise_the_clown 01.07.2013
Zitat von sysopNoch immer hält sich Whistleblower Edward Snowden auf einem Flughafen in Moskau auf, nun soll er 15 Länder um Asyl gebeten haben - und Kreml-Chef Putin erklärt: Snowden könne in Russland bleiben, er dürfe aber keine US-Geheimnisse mehr verraten. Snowden darf in Russland bleiben - unter Bedingungen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/snowden-darf-in-russland-bleiben-unter-bedingungen-a-908849.html)
Man kann von Putin denken was man will - er ist ein Fuchs. Diese Gelegenheit die USA in die Pfanne zu hauen lässt er sich - wer will es ihm verdenken -nicht nehmen. In den letzten Jahren immer wieder verärgert durch Raketenabwehrsysteme, etc. zeigt er GWB achne, Obama nun den Stinkefinger. Natürlich darf Snowden keine US Geheimnisse verraten, zumindest nicht in der Öffentlichkeit.
5. optional
thomas.b 01.07.2013
Interessanter Schachzug von Herrn Putin. Man könnte glatt meinen, ihm läge etwas an Herrn Snowden und würde nicht versuchen, Vorteile in Form von Informationen daraus zu ziehen. ..
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