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Ex-NSA-Mitarbeiter Snowden: "Russland und China haben keine US-Geheimdokumente"

Hat Edward Snowden mit dem russischen oder chinesischen Geheimdienst kooperiert? Der Ex-NSA-Mitarbeiter bestreitet das jetzt vehement in einem Interview mit der "New York Times": Agenten beider Länder hätten keinen Zugang zu seinen Dokumenten gehabt.

Moskau/Washington - Edward Snowden schließt aus, dass die von ihm abgegriffenen Geheim-Dokumente der National Security Agency (NSA) in den Besitz von russischen und chinesischen Agenten gefallen sind. Er habe kein Material mit nach Moskau genommen, sagte er der "New York Times". Er habe alle geheimen Papiere in seinem Besitz vor seiner Flucht im Juni nach Russland an Journalisten in Hongkong übergeben.

Snowden betonte, er habe auch keine Kopien behalten. Er sei sich sicher, dass auch chinesische Agenten keinen Zugriff gehabt hätten. Er könne aus seiner Tätigkeit für die NSA deren Fähigkeiten einschätzen. "Es gibt eine nullprozentige Chance, dass Russen oder Chinesen meine Dokumente haben", sagte der 30-Jährige.

"Alle Ziele und alle aktiven Operationen" in China

Immer wieder hatten zuvor US-Vertreter die Befürchtung geäußert, dass die Nachrichtendienste Russlands oder Chinas an Snowden-Dokumente gelangt sein könnten. Dazu sagte der geflüchtete Informant, die NSA wüsste genau, dass er nicht mit ausländischen Geheimdiensten kooperiert habe.

Eine solche Zusammenarbeit hätte für die US-Aktivitäten in China schwere Folgen haben können, deutete Snowden nun in dem Interview an. Während seiner NSA-Tätigkeit habe er Zugriff auf "komplette Listen" über "alle Ziele und alle aktiven Operationen" der US-Geheimdienste in China gehabt, sagt er. Ein Bekanntwerden dieser Informationen könnte daher sämtliche Geheimdienstaktivitäten der USA in China gefährden.

Russland hat dem früheren Mitarbeiter des NSA-Geheimdienstes vorläufiges Asyl gewährt. Snowden hatte im Juni damit begonnen, geheime Informationen über umfangreiche Spähprogramme, mit denen der US-Geheimdienst NSA und andere Nachrichtendienste weltweit massenhaft E-Mails und Telefonate überwachen, über verschiedene Medien - unter anderem den SPIEGEL - zu veröffentlichen. Er war zunächst nach Hongkong geflohen, am 23. Juni landete er dann auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo. Dort saß er länger als einen Monat fest. Wegen der Enthüllungen wird der 30-Jährige von den USA per Haftbefehl gesucht.

Anstoß war ein Bericht aus der Bush-Zeit

Das Interview führte Snowden der "New York Times" zufolge im Laufe mehrerer Tage in der vergangenen Woche über verschlüsselte Online-Kommunikation. Er sagte, die Entscheidung, NSA-Dokumente zu veröffentlichen, sei langsam gewachsen. Er habe sich zum Handeln entschieden, als er die Kopie eines geheimen Berichts aus dem Jahr 2009 über ein unberechtigtes NSA-Abhörprogramm während der Präsidentschaft von George W. Bush entdeckt habe.

Snowden betonte erneut, dass sein Vorgehen der nationalen Sicherheit der USA diene. Dieses stoße eine dringend benötigte öffentliche Debatte über den Umfang der Geheimdienstarbeit an. "Die geheime Fortführung dieser Programme stellt eine viel größere Gefahr dar als ihre Aufdeckung."

Eine Sprecherin der NSA kommentierte Snowdens Äußerungen laut "New York Times" nicht. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass NSA-Chef Keith Alexander seinen Vertrag über das Frühjahr 2014 hinaus nicht mehr verlängern wird. Er war seit den Snowden-Enthüllungen massiv kritisiert worden.

heb/dpa

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insgesamt 164 Beiträge
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1. das klingt doch glaubhaft
ein-dummer-junge 18.10.2013
nur wird der Chinese und der Russe auch alles Abhören und mitschneiden. Dir brauchen keinen Snowen als Datensammler
2. Wer's glaubt...
schlabbedibapp 18.10.2013
Zitat von sysopDPAHat Edward Snowden mit dem russischen oder chinesischen Geheimdienst kooperiert? Der Ex-NSA-Mitarbeiter bestreitet das jetzt vehement in einem Interview mit der "New York Times": Agenten beider Länder hätten keinen Zugang zu seinen Dokumenten gehabt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/snowden-russland-und-china-haben-keine-us-geheimdokumente-a-928531.html
Snowden sollte sich mal fragen, warum er ausgerechnet in Länder gegangen ist, die sich nicht gerade durch demokratische Strukturen auszeichnen. Weil diese natürlich nicht an ihm, sondern den mitgebrachten Daten (soweit ich gelesen habe, 4 Notebooks) brennend interessiert sind. Und wer glaubt, dass man dort nicht an die Daten herangekommen ist, der darf auch weiter an den Weihnachtsmann glauben. Ebenso alle diejenigen, die glauben, dass Russland und China exakt dasselbe tun, wie die NSA, nur mit einer anderen Intention.
3. in Journalistenhand
goldring 18.10.2013
sind die brisanten Unterlagen natürlich hundertzehnprozentig sicher, warum also die Sorge?
4. lautes Lachen
Fackel01 18.10.2013
1. Ausschliessen kann er nichts, da das Material durch sehr viele Journalistenhände gegegangen ist. Das liegt.längst in Peking und Moskau. 2. Muss er sich ja mit irgendwas in Russland eingekauft haben. Menschenrechtler sind im Regime Putin nicht oft gesehen. 30 Silberlinge müssem verdient werden.
5. Schade, auch beim Spiegel...
dippegucker 18.10.2013
...verkommt Journalismus immer mehr zum verbalen Glücksspiel: "Russland und China haben keine US-Geheimdokumente" Mit Sicherheit verfügen beide über mehr US-Geheimdokumente, als der Spiegel und Herr Snowden sich träumen lassen. Möglicherweise nicht aus der Quelle Snowden.
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