Terror in Somalia Selbstmordanschlag auf Regierungskonvoi

Die Attacke galt einem Regierungskonvoi, die Opfer waren Zivilisten: Bei einem Selbstmordanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Die radikalislamische Shabab-Miliz soll sich zu dem Anschlag bekannt haben.

Angriff im Kreisverkehr: Bei dem Anschlag in Mogadischu starben acht Menschen
REUTERS

Angriff im Kreisverkehr: Bei dem Anschlag in Mogadischu starben acht Menschen


Mogadischu - Bei einem Autobombenanschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind mindestens acht Menschen getötet worden. Ziel der Attacke am Sonntag war eine Fahrzeugkolonne der Regierung.

Ein Teil des Konvois hatte aus Fahrzeugen bestanden, in denen auch Vertreter der Regierung Katars saßen. Die Mitglieder der katarischen Delegation seien in den gepanzerten Wagen unverletzt geblieben, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Zu dem Attentat habe sich die radikalislamische Schabab-Miliz bekannt und gleichzeitig weitere Anschläge angedroht, berichtet Reuters.

Ein Attentäter hatte sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in den Konvoi gesteuert und es zur Explosion gebracht. Der Anschlag habe sich auf dem Kreisverkehr KM4 in der Innenstadt ereignet, sagte Gouverneur Abdi Mohamud Warsame der Nachrichtenagentur dpa.

"Ihre Leichen waren in Teile zerrissen"

Am Anschlagsort kreuzen sich mehrere Buslinien, die Toten und fünf Verletzte sollen Somalier sein. Augenzeugen berichteten, mehrere Autos seien völlig zerstört worden. Ein Augenzeuge sagte der dpa, er habe mehrere verstümmelte Tote gesehen. "Ihre Leichen waren in Teile zerrissen." Somalische Twitterer berichteten, nach dem Anschlag seien Schüsse gefallen.

Die Straße war gerade erst nach einer dreitägigen Sperre für den Verkehr wieder freigegeben worden. Die Regierung hatte nach Anschlagsdrohungen von al-Schabab die Sperrung der Verkehrsachsen Mogadischus angeordnet.

Bereits vor knapp drei Wochen war Mogadischu von einem schweren Anschlag erschüttert worden. Nach dem Doppelangriff auf das Oberste Gericht und die Hauptstraße zum Flughafen mit mindestens 25 Toten hatte Präsident Hassan Sheikh Mohamud gesagt, der Angriff sei "nichts anderes als ein Zeichen der Verzweiflung bei den Terroristen, die ihre Hochburgen verloren haben und in ganz Somalia auf dem Rückzug sind".

Die Zentralregierung ringt seit vielen Jahren mit der Schabab-Miliz, die nach wie vor Teile des Landes beherrscht. Allerdings waren die Islamisten in den vergangenen beiden Jahren von Truppen der Afrikanischen Union und Somalias aus Mogadischu und anderen wichtigen Städten vertrieben worden.

cht/AFP/dpa/rtr



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