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Somalia: Islamisten bestreiten 150 Tote bei US-Luftangriff

Die USA wollen bei einem "defensiven" Luftangriff gegen die Schabab-Miliz 150 islamistische Kämpfer getötet haben. Die Islamisten bestätigen die Attacke, dementieren aber die Opferzahl.

Drohnen und Kampfflugzeuge der amerikanischen Luftwaffe sollen ein Ausbildungslager der radikalislamischen Schabab-Miliz in Somalia mit gelenkten Bomben angegriffen haben. Dabei sollen 150 islamistische Kämpfer getötet worden sein. Die Terrormiliz hat die Attacke nun bestätigt, die Opferzahlen jedoch bestreitet sie.

Im US-Verteidigungsministerium war am Montag von "einem erfolgreichen Schlag" die Rede. 150 Kämpfer der Islamistenmiliz seien durch amerikanische Bomber und Kampfdrohnen getötet worden. Ziel sei ein Lager der Schabab-Miliz in der Ortschaft Raso rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Mogadischu gewesen. Mit dem Luftangriff habe man einen "groß angelegten Anschlag" auf US-Militärs und die Anti-Terror-Mission der Afrikanischen Union (Amisom) verhindert.

Am Dienstag bestätigte der Militärsprecher der Schabab, Scheich Abdiasis Abu Musab, den Luftschlag im einem von der Miliz kontrollierten Gebiet, bestritt jedoch die von den USA genannte Zahl der Toten. Aus Sicherheitsgründen würden sich nie hundert Kämpfer an einem Ort aufhalten, sagte Musab. Die Miliz wisse, dass der Himmel voller Flugzeuge ist.

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Laut US-Verteidigungsministerium hatten sich die mehr als 150 Islamisten zu einer Art Abschiedszeremonie am Ende ihres Terrortrainings versammelt, wie die "New York Times" berichtet. Sie hätten aufgereiht unter freiem Himmel gestanden. Das Camp sei wochenlang beobachtet worden. Den Angriff nannte ein Sprecher der US-Luftwaffe "defensiv", weil er einen Angriff auf US-Truppen und auf Truppen der AU verhindert habe.

Mitte Januar hatten Schabab-Kämpfer ein Amisom-Lager im südwestsomalischen El Adde angegriffen. Nach Schabab-Angaben wurden dabei mehr als hundert kenianische Soldaten getötet. Somalias Präsident Hassan Scheich Mohammed sprach Ende Februar sogar von 180 getöteten kenianischen Soldaten.

Das kenianische Verteidigungsministerium hatte Verluste zuerst dementiert. Auch nach einem nationalen Trauertag in Kenia für die El-Adde-Opfer hat das Land noch immer - wie schon in früheren Fällen - keine offizielle Totenzahl veröffentlicht.

In Kenia bekannte sich die Miliz zu den Attacken auf die Universität von Garissa im April 2015 mit 148 Opfern. Bei einem Schabab-Angriff auf das Westgate-Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi kamen 2013 nach offiziellen Angaben 67 Menschen ums Leben.

cht/Reuters

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