Somalia Tote bei Terrorangriff auf Strandhotel in Mogadischu

Bei zwei Selbstmordanschlägen sind in Somalias Hauptstadt Mogadischu mindestens acht Menschen gestorben. Bewaffnete Männer haben ein Hotel angegriffen. In einem nahe gelegenen Restaurant gab es offenbar eine weitere Explosion.

Krankenwagen am Lido-Beach-Hotel in Mogadischu: Bei zwei Selbstmordanschlägen sind mindestens acht Menschen getötet worden
DPA

Krankenwagen am Lido-Beach-Hotel in Mogadischu: Bei zwei Selbstmordanschlägen sind mindestens acht Menschen getötet worden


Bei zwei Selbstmordanschlägen der islamistischen Terrormiliz Schabab in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens acht Menschen getötet worden. Polizeiangaben zufolge rammte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug das Beach View Hotel am Lido-Strand. Danach stürmten vier Schabab-Kämpfer das Hotel und eröffneten das Feuer. Die Terrormiliz bekannte sich zu dem Anschlag.

"Sie schossen wahllos um sich im Hotel und außerhalb", sagte ein Augenzeuge. "Ich konnte mit leichten Verletzungen entkommen, aber es gab Leute, die auf der Stelle tot waren." Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um Zivilisten und Wachleute.

Zu einer weiteren Explosion soll es in einem nahegelegenen Restaurant gekommen sein. Nach Polizeiangaben handelte es sich auch dabei vermutlich um ein Selbstmordattentat.

Da im Hotel der Strom ausfiel, habe es Chaos gegeben, sagte ein Helfer. "Für die Rettungskräfte ist es sehr schwer, den Opfern inmitten von Schusswechseln zwischen Sicherheitskräften, privaten Wachleuten und den Angreifern zu helfen." In den Hotels und Restaurants am Lido-Strand verkehren viele Regierungsvertreter und Unternehmer.

Verbindungen zu Al-Kaida und Boko Haram

Die radikale Miliz verbreitet seit Jahren in Somalia Terror und verübt auch in Nachbarländern wie Kenia Anschläge. Zwar vertrieben Regierungstruppen und Soldaten der Afrikanischen Union die Extremisten 2011 aus der Hauptstadt Mogadischu, Schabab beherrscht aber noch weite Teile Mittel- und Südsomalias. Die Organisation hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida und kooperiert mit den Extremisten von Boko Haram in Nigeria.

Erst am Sonntag hatten die sunnitischen Extremisten die kenianischen Friedenstruppen in Somalia angegriffen. Die Streitkräfte weigern sich nach wie vor, Auskunft zu geben, wie viele Soldaten bei dem Angriff getötet wurden. Shabab spricht von rund 100 getöteten Kenianern.

brt/dpa



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