Somalia: Neuer Präsident entgeht Bombenattentat nur knapp

Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamud ist erst zwei Tage im Amt - und musste bereits um sein Leben fürchten. Er entging nur knapp einem Attentat.

Addis Abeba/Mogadischu - Nur zwei Tage nach seiner Wahl zum neuen Präsidenten Somalias ist Hassan Sheikh Mohamud am Mittwoch knapp einem Attentat entgangen. Vor einem Hotel in der Hauptstadt Mogadischu, in dem das frisch vereidigte Staatsoberhaupt zusammen mit Außenminister Sam Ongeri eine Pressekonferenz gab, seien zwei Bomben explodiert, berichtete die kenianische Zeitung "The Standard". In der Nähe des Eingangs seien zwei Leichen entdeckt worden. Bei einem der Toten soll es sich um den Selbstmordattentäter handeln. Mohamud und Ongeri blieben unverletzt. Die radikal-islamische Shabab-Miliz übernahm die Verantwortung für die Tat.

Der frühere Universitätsprofessor Mohamud hatte sich in einer Stichwahl mit großem Vorsprung gegen den bisherigen Übergangspräsidenten Scharif Sheikh Ahmed durchgesetzt. Der 56-Jährige gilt als politischer Neuling. Nach Jahren des Chaos im Land hatte er versprochen, Recht und Ordnung durchzusetzen und gegen eine Radikalisierung am Horn von Afrika vorzugehen.

Somalia hat seit dem Sturz von Präsident Siad Barre im Jahr 1991 keine funktionierende Zentralregierung. Es herrschten Chaos, Bürgerkrieg und Hungerkrisen. Die Abstimmung gilt als Schritt zur Normalisierung der Lage in dem krisengebeutelten Staat.

Wenig Hoffnung auf Veränderung

Der Friedensprozess, der endlich politische Stabilität nach Somalia bringen soll, wird von den Vereinten Nationen unterstützt. Jedoch war bereits bei der Auswahl der Parlamentarier von Korruption, Einschüchterungen und Morddrohungen die Rede. Viele Beobachter glauben, dass sich in dem Krisenland auf absehbare Zeit nicht viel verändern wird.

Größter Gegner der Regierung ist die radikal-islamische Shabab-Miliz, die sich offenbar zu Beginn des Jahres al-Qaida angeschlossen hat. Die Miliz beherrscht noch immer große Teile im Zentrum und Süden des Landes. Obwohl sie bereits vor rund einem Jahr von Soldaten der Übergangsregierung und Truppen der Afrikanischen Union (Amisom) aus Mogadischu vertrieben worden war, verübt sie weiterhin Anschläge in der Hauptstadt. Die Gruppe setzt sich für die Bildung eines streng islamischen Gottesstaats auf Grundlage der Scharia ein.

ler/dpa/AFP

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Somalia / Horn von Afrika
Situation in Somalia
Somalia gehört zu den größten Krisengebieten weltweit. Seit 1991 gibt es keine funktionierende Regierung mehr, 2004 wurde eine international anerkannte Übergangsregierung eingesetzt, deren Machtbereich sich heute aber nur auf einen kleinen Teil der Hauptstadt Mogadischu erstreckt.

Die humanitäre Hilfe durch Lieferungen des Welternährungsprogramms erfolgt zu 90 Prozent auf dem Seeweg. Der Schutz durch die EU-Mission Atalanta ist daher für die Versorgung der somalischen Bevölkerung mit Lebensmitteln von zentraler Bedeutung. Die instabile Regierung ist fast täglich das Ziel von Anschlägen durch al-Qaida nahestehende Extremisten.

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