Mogadischu Schabab-Miliz greift Sitz der Friedensmission in Somalia an

Die Soldaten der Amisom-Mission sollen Somalias Regierung helfen, die Macht der Schabab-Miliz zu brechen. Jetzt sind die Friedenstruppen während ihrer Weihnachtsfeier selbst zum Ziel der radikalen Islamisten geworden.


Mogadischu - Die Shabab-Miliz hat den Hauptsitz der afrikanischen Friedensmission in Somalia angegriffen. Etwa 15 bis 20 Kämpfer sollen das Gelände, das Teil des streng gesicherten Flughafens von Mogadischu ist, gestürmt haben.

Ein Schabab-Sprecher teilte mit, der Überfall habe sich gegen eine Weihnachtsfeier in dem Stützpunkt der Amisom-Mission gerichtet. Dabei seien mehrere Soldaten der Afrikanischen Union (AU) getötet worden, die eigentlich Frieden und Stabilität in Somalia wiederherstellen sollen. Dagegen teilte die Amisom-Mission mit, das gesamte Personal von AU und Uno sei in Sicherheit, drei Soldaten und ein ziviler Mitarbeiter seien lediglich verletzt worden. Mehrere Eindringlinge seien getötet worden.

Augenzeugen berichteten von mehreren heftigen Explosionen und anhaltenden Schusswechseln rund um den Flughafen. Alle Verbindungsstraßen in dem Gebiet seien abgeriegelt worden. In der Gegend befinden sich auch mehrere Botschaften - unter anderem die von Großbritannien und Italien.

Der Angriff ereignete sich einen Tag, nachdem das Parlament den Politiker Omar Abdirashid Ali Sharmarke einstimmig zum neuen Regierungschef gekürt hatte. Er gilt als Vertrauter von Präsident Hassan Cheikh Mohamoud.

Die Regierung in Mogadischu hat jedoch nur einen kleinen Teil des Landes unter ihrer Kontrolle. Seit dem Sturz von Diktator Siad Barre 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Die Schabab-Miliz, die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbündet ist, kontrolliert große Gebiete in der Mitte und im Süden des ostafrikanischen Landes.

syd/AFP/Reuters/AP

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.