Somalia Mehr als 50 Tote bei Terrorserie von al-Schabab

Selbstmordattentäter der Terrorgruppe al-Schabab haben mehrere Hotels und Restaurants in Somalia angegriffen. Dabei wurden innerhalb von drei Tagen mindestens 50 Menschen getötet.

Rettungskräfte in Baidoa: Anschlagsserie fordert viele Opfer
AFP

Rettungskräfte in Baidoa: Anschlagsserie fordert viele Opfer


Die somalische Stadt Baidoa ist von zwei schweren Anschlägen erschüttert worden: Zuerst sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor einem beliebten Restaurant in die Luft, kurz darauf detonierte vor einem zweiten Lokal eine Autobombe. Nach Angaben des Bürgermeisters seien bei den Attentaten mindestens 30 Menschen getötet und 60 weitere Personen verletzt worden.

Die mit al-Qaida verbündete Terrorgruppe al-Schabab bekannte sich zu dem Anschlag. "Wir haben Beamte und Sicherheitskräfte der Regierung angegriffen", sagte ein Sprecher der Miliz. Augenzeugen sagten, in beiden Restaurants hätten sich zum Zeitpunkt der Angriffe zahlreiche Zivilisten und Sicherheitsleute aufgehalten.

Am Freitag hatte al-Schabab bei einem Anschlag auf ein Luxushotel und eine Parkanlage in Mogadischu 22 Menschen getötet und mehr als 40 weitere Menschen verletzt.

Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamoud setzte am Montagmorgen in Mogadischu ein Sondertreffen der Regierung an, um über "schnelle Vergeltungsmaßnahmen" gegen al-Schabab zu beraten. Am Sonntag hatte die Regierung bereits angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen im Land zu verschärfen.

Die Miliz kämpft in Somalia seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Derzeit sind etwa 22.000 Soldaten der Afrikanischen Union in dem Land am Horn von Afrika stationiert. Sie unterstützen die international anerkannte Regierung.

Es gelang ihnen in den vergangenen Jahren weitgehend, die Rebellen aus der Hauptstadt Mogadischu und weiteren Städten zu vertreiben. Die Schabab-Miliz kontrolliert aber noch mehrere ländliche Regionen. Ihre Kämpfer verüben zudem weiterhin regelmäßig Anschläge in Somalia und im benachbarten Kenia.

syd/dpa/Reuters/AFP

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