Islamistische Schabab-Miliz Somalischer Top-Terrorist stellt sich den Behörden

Auf Sakarija Ismail Ahmed Hersi war ein Kopfgeld von drei Millionen Dollar ausgesetzt, jetzt hat sich der Terrorist der somalischen Polizei gestellt. Er galt als Geheimdienstchef der radikalislamischen Schabab-Miliz.

Terrormiliz al-Schabab: Einer ihrer Anführer hat sich der Polizei gestellt
REUTERS

Terrormiliz al-Schabab: Einer ihrer Anführer hat sich der Polizei gestellt


Mogadischu - Einer der wichtigsten Anführer und meistgesuchten Männer der radikalislamischen Terrormiliz al-Schabab hat sich ergeben. Sakarija Ismail Ahmed Hersi habe sich in der Region Gedo der Polizei gestellt, teilte ein somalischer Militärsprecher mit.

Hersi galt als der "Geheimdienstchef" der Schabab, die für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats kämpft. Die USA hatten für Hinweise auf den Terroristen eine Belohnung von drei Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) ausgesetzt.

Hersi gehört zu den Führungsmitgliedern der Schabab, welche sich seit 2012 formell als Verbündete des Terrornetzwerk al-Qaida ausgibt. Die US-Regierung hatte im selben Jahr ein Kopfgeld von insgesamt 33 Millionen Dollar auf die Anführer der Gruppe ausgesetzt.

Laut Aussagen von Mitgliedern der militanten Gruppe hätte Hersi die kriegerische Organisation schon lange verlassen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Warum er sich nun den Behörden stellte, sei noch nicht klar.

Der Abgang Hersis ist ein herber Schlag für die Terrormiliz. Erst im vergangenen September war deren Anführer, Ahmed Abdi Godane, bei einem Luftangriff des US-Militärs ums Leben gekommen. Die USA hatten den 37-jährigen Godane als einen der meistgesuchten Terroristen der Welt geführt, auf ihn war ein Kopfgeld von sieben Millionen Dollar ausgesetzt.

Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Die Schabab-Miliz will ihre eigene, strikte Auslegung des islamischen Rechts durchsetzen und kämpft gegen die Zentralregierung von Mogadischu.

Die Miliz kontrollierte über Jahre weite Gebiete im Süden und im Zentrum des Landes, wurde inzwischen aber aus Mogadischu und anderen Städten zurückgedrängt. Die Islamisten beherrschen aber immer noch einige Gebiete. Sie verüben immer wieder schwere Anschläge auf Regierungsinstitutionen sowie auf Vertreter der Uno und der Afrikanischen Union und bleiben daher weiter eine Bedrohung.

jkö/Reuters/AP



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