Terror in Somalia Angreifer zünden zwei Bomben - und stürmen Hotel

Zunächst detonierten gleich zwei Sprengsätze, dann rannten Angreifer schießend in das Gebäude: In der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist ein Hotel attackiert worden. Offenbar steckt die Schabab-Miliz hinter der Tat.


Die Wucht der Explosionen hatte ganze Hauswände weggerissen, Autos in die Luft geschleudert: Bei einem Angriff von Islamisten auf ein Hotel in Mogadischu sind nach Polizeiangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Am Eingang des Hotels im Zentrum der somalischen Hauptstadt seien zunächst zwei Autobomben detoniert, teilten die Sicherheitskräfte am Sonntag mit.

Dann seien die Angreifer in das Gebäude gestürmt und hätten sich ein stundenlanges Feuergefecht mit der Polizei geliefert. Offenbar war die Situation auch im Laufe des Morgens nicht unter Kontrolle, noch immer feuerten Angreifer vom Dach des Gebäudes, wie ein Polizeisprecher sagte. Unklar ist noch, ob sie auch Geiseln genommen haben. Unter den Toten seien der Hotelbesitzer, Wachleute und Zivilisten.

Die Schabab-Miliz bekannte sich zu dem Angriff auf das Hotel, das oft von Regierungsvertretern und Abgeordneten genutzt wird. Sie hat bereits mehrfach ähnliche Anschläge verübt. Unter anderem waren aus demselben Hotel im Jahr 2009 zwei französische Sicherheitsberater entführt worden. Auch damals übernahm die Schabab-Gruppe die Verantwortung.

Die Terrorgruppe, die Verbindungen zu al-Qaida hat, strebt den Sturz der somalischen Regierung an und will einen streng islamischen Staat schaffen. Auch in Kenia, dessen Militär den Kampf gegen die Extremisten im Nachbarland Somalia unterstützt, hat al-Schabab mehrfach Attentate verübt.

jok/Reuters/AP

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