Friedensinitiative in Ostafrika Somalia und Eritrea nehmen nach 15 Jahren wieder Beziehungen auf

Länger als ein Jahrzehnt herrschte Eiszeit zwischen den ostafrikanischen Nachbarn Somalia und Eritrea. Jetzt kam der somalische Präsident Mohamed Abdullahi Farmaajo gleich drei Tage lang in die Hauptstadt Asmara.

Afewerki und Farmaajo auf dem Flughafen von Asmara
REUTERS

Afewerki und Farmaajo auf dem Flughafen von Asmara


Es könnte ein weiterer Schritt zur Aufhebung der Uno-Sanktionen gegen Eritrea sein: Das abgeschottete ostafrikanische Land hat erstmals seit 15 Jahren wieder diplomatische Beziehungen zum benachbarten Krisenstaat Somalia aufgenommen.

Bei den am Samstag begonnenen Konsultationen ging es unter anderem um "regionale Angelegenheiten, die für beide Seiten von Interesse sind", erklärte der eritreische Informationsminister zu dem Treffen der somalischen Delegation mit Eritreas Staatschef Isayas Afewerki.

Der Kontakt lag auf Eis, weil Äthiopien und die internationale Gemeinschaft Eritrea vorwerfen, die islamistische Schabab-Miliz in Somalia zu unterstützen. Aus diesem Grund hatte der Uno-Sicherheitsrat 1996 Strafmaßnahmen wegen Terrorunterstützung gegen Eritrea verhängt. Eritrea bestreitet, etwas mit Schabab zu tun zu haben.

Dem dreitägigen Besuch des somalischen Präsidenten Mohamed Abdullahi Farmaajo in der eritreischen Hauptstadt Asmara war ein historischer Friedensschluss zwischen Äthiopien und Eritrea vorausgegangen.

Die verfeindeten Staaten hatten Anfang Juli einen 20 Jahre alten Grenzstreit beigelegt und den kalten Krieg zwischen den Ländern für beendet erklärt. In der heißen Phase der Auseinandersetzung waren zwischen 1998 und 2000 Zehntausende gestorben.

Video: Mein Somalia - Zwischen Krieg und Armut

dbate

cht/AP/Reuters



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