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Angriff in Kenia: Militär meldet hundert Tote nach Rache an Schabab-Miliz

Tatort im Norden Kenias: "Abscheuliches Verbrechen" Zur Großansicht
REUTERS

Tatort im Norden Kenias: "Abscheuliches Verbrechen"

Terroristen der Schabab-Miliz ermordeten 28 Menschen in Kenia, weil sie nicht aus dem Koran zitieren konnten. Nun hat das Militär nach eigenen Angaben blutige Rache genommen.

Nairobi - Wer nicht aus dem Koran zitieren konnte, wurde erschossen: 28 Menschen soll die islamistische Schabab-Miliz am Wochenende in Kenia ermordet haben - nun meldet das Militär einen Gegenschlag. Mehr als hundert Angehörige der Terrororganisation seien bei einer Operation im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia getötet worden, erklärte Vizepräsident William Ruto laut der Zeitung "Daily Nation". Die Armee habe die Lager ausfindig gemacht, von denen aus die somalischen Islamisten zu dem Überfall auf einen Bus im Norden Kenias aufgebrochen waren. Beweise für diese Angaben gibt es bislang nicht.

Am Samstagmorgen hatten Unbekannte einen Bus im Dorf Arabia im Bezirk Mandera überfallen, bis kurz vor die Grenze zu Somalia gefahren und dort ihre Geiseln getötet. Erschossen wurde nach Behördenangaben, wer nicht aus dem Koran zitieren konnte. Mindestens 28 Kenianer seien durch Kopfschüsse ermordet worden, hieß es. An dem Überfall sollen etwa 100 Bewaffnete beteiligt gewesen sein. In dem Bus, der auf dem Weg in die Landeshauptstadt Nairobi war, saßen "Daily Nation" zufolge rund 60 Fahrgäste.

"Nicht einmal mehr Zeit für ihr Abendessen"

Auf das "abscheuliche Verbrechen" habe das Militär nun rasch reagiert, erklärte Vizepräsident Ruto. "Ich kann ihnen versichern, dass die für diesen Angriff Verantwortlichen nicht einmal mehr Zeit für ihr Abendessen hatten", wurde er zitiert. Bei dem Einsatz über die Grenze hinweg seien mehr als hundert Islamisten getötet und vier Stützpunkte der Schabab-Miliz zerstört worden.

Im Bezirk Mandera gab es in der Vergangenheit immer wieder Anschläge der somalischen Al-Schabab, die im Grenzgebiet ein wichtiges Rückzugsgebiet hat. Kenia unterstützt die somalische Regierung im Kampf gegen die Terroristen, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet ist. Die Al-Schabab legt die islamische Rechtsprechung Scharia äußerst streng aus, immer wieder gibt es öffentliche Hinrichtungen. In Kenia sind die Christen in der Mehrheit, schätzungsweise jeder Fünfte ist Muslim.

mxw/dpa/Reuters

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