Somalia Schwerer US-Drohnenangriff - angeblich 150 Islamisten tot

Das US-Militär hat in Somalia einen Drohnenangriff gegen die Schabab-Miliz geflogen. Laut Pentagon wurden 150 islamistische Kämpfer getötet.


Das US-Militär hat mit einem Drohnenangriff in Somalia nach eigenen Angaben mehr als 150 Kämpfer der islamistischen Schabab-Miliz getötet. Die Attacke am Samstag habe sich gegen ein Ausbildungslager der Extremisten in Raso knapp 200 Kilometer nördlich von Mogadischu gerichtet, teilte das Pentagon mit.

Die Kämpfer sollen während des US-Angriffs laut einem Bericht der "New York Times" eine Zeremonie durchgeführt haben. Sie standen demnach in militärischen Verbänden zusammen. Der Angriff wurde demnach mit mehreren präzisionsgelenkten Bomben durchgeführt. Das Pentagon sprach von einem Erfolg.

Die Schabab-Kämpfer hätten einen "groß angelegten" Anschlag geplant, der eine Gefahr für US-Soldaten und Einheiten der Afrikanischen Union dargestellt hätte, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit. "Wir wissen, dass sie kurz vor dem Verlassen des Lagers waren", sagte Sprecher Jeff Davis. Das Spezialtraining für die Attacke sei fast abgeschlossen gewesen.

Die Terrormiliz strebt den Sturz der somalischen Regierung an und will einen streng islamischen Staat errichten. Sie hat wiederholt Anschläge auf Hotels und Restaurants in der somalischen Hauptstadt Mogadischu und anderen Städten mit Hunderten Toten verübt. Auch Ziele in Kenia, dessen Militär als Teil einer internationalen Militärallianz gegen die Extremisten kämpft, hat sie attackiert.

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In Somalia forderte eine Anschlagserie Ende Februar zuletzt mehr als 50 Tote an einem Wochenende. In Kenia bekannte sich die Miliz zu den Attacken auf die Universität von Garissa im April 2015 mit 148 Opfern. Bei einem Schabab-Angriff auf das Westgate-Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi kamen 2013 nach offiziellen Angaben 67 Menschen ums Leben.

USA wollen erstmals Opferzahlen ihres Drohnenprogramms veröffentlichen

Die Anti-Terror-Beraterin von Präsident Barack Obama, Lisa Monaco, kündigte am Montag an, dass die USA erstmals Opferzahlen ihres umstrittenen Drohnenprogramms bekanntgeben wollen. In den kommenden Wochen würden die geschätzten Zahlen "außerhalb von aktiven Kampfgebieten" getöteter Kämpfer und Zivilisten durch unbemannte Kampfflugzeuge weltweit seit 2009 veröffentlicht, sagte sie.

Künftig solle es dann regelmäßig einmal im Jahr eine Mitteilung zu den Opferzahlen von US-Drohnenattacken geben. US-Präsident Barack Obama hatte das Programm seit Beginn seiner Amtszeit 2009 drastisch ausgeweitet. Der Einsatz von unbemannten und mit Waffen bestückten Drohnen ist hoch umstritten.

cht/Reuters/AFP

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