Diskriminierung von Christen Somalia verbietet Weihnachten

Der somalische Minister für religiöse Angelegenheiten verspricht "null Toleranz für unislamische Feiern". Nun hat er kurzerhand das Weihnachtsfest verboten.


Unchristliche Weihnachtsbotschaft: In Somalia darf an den Festtagen nicht mehr gefeiert werden. Die Regierung habe dies verboten, sagte der Minister für religiöse Angelegenheiten, Sheikh Mohamed Kheyroow, dem Staatssender Radio Mogadischu. Sicherheitskräfte seien angewiesen worden, Weihnachtsfeiern im ganzen Land zu unterbinden.

"Wir sind ein muslimisches Land, und es gibt null Toleranz für solche unislamischen Feiern in unserem Land", sagte Kheyroow. Es verletze die Religion, da Somalia zu 100 Prozent ein muslimisches Land sei.

In dem ostafrikanischen Land bekennt sich der überwiegende Teil der Bevölkerung zum sunnitischen Islam. Die Schabab-Miliz verbreitet seit Jahren Angst und Schrecken. Die Islamisten wollen einen sogenannten Gottesstaat errichten.

In Kenia hatten somalische Islamisten zuletzt einen Reisebus angegriffen. Laut einem örtlichen Medienbericht forderten die Angreifer muslimische Passagiere auf, dabei zu helfen, christliche Mitreisende zu identifizieren. Die Angesprochenen weigerten sich jedoch und retteten den Christen im Bus so das Leben.

Laut Schätzungen der katholischen Hilfsorganisation missio München werden rund hundert Millionen Christen weltweit diskriminiert. Das Christentum sei die am meisten verfolgte Religion, erklärte der Präsident der Organisation, Wolfgang Huber.

Auch in Pakistan kommt es immer wieder zu Angriffen auf die religiöse Minderheit. "Wir leben in einem Zustand des ständigen Fürchtens, weil wir nicht wissen, wo Extremisten möglicherweise einen Anschlag planen", sagte der Vorsitzende der Pakistanischen Bischofskonferenz und missio-Projektpartner, Erzbischof Joseph Coutts. In Indien oder in afrikanischen Ländern wie Kenia, dem Südsudan oder Ägypten gebe es Diskriminierungen.



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