Spanien Eta beendet Waffenruhe

Die baskische Separatistengruppe Eta hat Spanien wieder den Kampf erklärt: In einem Kommuniqué teilten die Extremisten mit, dass die letztes Jahr ausgerufene Waffenruhe endet. Die Schuld am Scheitern der Friedensbemühungen gibt die Terror-Organisation der Regierung.


Madrid - Spanien steht vor einer neuen Welle der Gewalt. Die Separatisten der Eta drohen mit neuen Terroranschlägen. In ihrem Schreiben, das in der vergangenen Nacht in der baskischen Internetzeitung "Berria" verbreitet wurde, heißt es, ab 00.00 Uhr in der kommenden Nacht werde die Eta den bewaffneten Kampf "an allen Fronten" wieder aufnehmen. Laut Eta sind die "Minimalbedingungen" für eine Fortsetzung der Verhandlungen mit der sozialistischen Regierung in Madrid nicht erfüllt.

 Entsetzen nach dem letzten Anschlag: Spaniens Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero im Januar auf dem Flughafen Madrid
AP

Entsetzen nach dem letzten Anschlag: Spaniens Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero im Januar auf dem Flughafen Madrid

Die Eta hatte im März 2006 eine "Waffenruhe" erklärt und damit den Weg zu einem Friedensprozess im Baskenland und zu Gesprächen mit der spanischen Regierung freigemacht. Ende Dezember brach sie die "Waffenruhe" mit einem Bombenanschlag auf den Madrider Flughafen. Dabei wurden zwei Menschen getötet und ein großes Parkhaus völlig zerstört.

Die spanische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero erklärte daraufhin den Friedensprozess für gescheitert. Die Eta begründete ihre Rückkehr zur Strategie des Terrors damit, dass die "Mindestvoraussetzungen für einen Verhandlungsprozess nicht gegeben" seien. "Mit Scheinlösungen erreicht man nichts", heißt es in dem Kommuniqué.

Die Eta hatte nach ihrem Anschlag auf den Flughafen erklärt, dass sie an ihrer "Waffenruhe" weiter festhalten werde. Die spanische Polizei und der Geheimdienst warnten jedoch zuletzt davor, dass die Eta die Strategie des Terrors wieder aufnehmen und schon in Kürze neue Anschläge verüben werde.

Die Eta kämpft für die Schaffung eines unabhängigen baskischen Staates, der nicht nur das spanische Baskenland, sondern auch die Nachbarregion Navarra und Gebiete im Südwesten Frankreichs umfassen soll. Bei Anschlägen der Eta waren seit 1968 mehr als 800 Menschen getötet worden.

ler/dpa/AFP



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