Spanien Regierung will Gebeine von Diktator Franco am 10. Juni exhumieren

Gut einen Monat vor den Wahlen in Spanien beschäftigt ein Streit um die Gebeine des Diktators Francisco Franco das Land. Die sollen umgebettet werden - seine Familie geht dagegen vor.

Gedenkstätte Valle de los Caídos bei El Escorial
picture alliance/ dpa

Gedenkstätte Valle de los Caídos bei El Escorial


Die spanische Regierung hat einen Termin für die umstrittene Umbettung der Gebeine von Diktator Francisco Franco (1892-1975) beschlossen. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Carmen Calvo teilte nach einer Kabinettssitzung mit, dass die Exhumierung am 10. Juni stattfinden soll. In Spanien wird am 28. April gewählt.

Der Streit um die Umbettung des Franco-Leichnams hält seit vielen Monaten an. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte schon kurz nach seiner Amtsübernahme im Juni 2018 angekündigt, die Gebeine Francos aus dem "Tal der Gefallenen" an einen anderen Ort bringen zu wollen. Bis heute ist das riesige Mausoleum nordwestlich von Madrid eine Pilgerstätte für Menschen, die den toten Diktator verehren.

Francisco Franco
imago/ United Archives International

Francisco Franco

Die Familie, aber auch viele konservative Politiker sprachen sich gegen das Vorhaben der Sozialisten aus. Der Chef der Volkspartei (PP), Pablo Casado, bezeichnete es in der Vergangenheit als "unverantwortlich, bereits geheilte Wunden wieder aufzureißen".

Laut Calvo plant die Regierung, die Gebeine im Pantheon des Mingorrubio-Friedhofs in Madrid zu begraben, in einer stillen Zeremonie ohne mediale Aufmerksamkeit. Francos Familie geht juristisch gegen die Pläne der Regierung vor. Es wird erwartet, dass das Oberste Gericht in den nächsten Tagen eine vorläufige Entscheidung trifft. Calvo kündigte an, dass die Regierung sich an die Entscheidung halten werden, gleich wie diese ausfällt.

asa/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
j.oder 15.03.2019
1. Schlimm so eine Wirtschaftskrise
Es gibt keinen Kalk mehr oder 99% Säuren. Königswasser wäre die Lösung und wird dann auch mit den ganzen Tränen auf umweltneutrale Werte gebracht.
thor.z1367 15.03.2019
2. Verbrennen und auf der See Asche verteilen
Diesen Despoten,kriminelle Massenmörder sollte man verbrennen und seine Asche im Meer verteilen. Und das Mausoleum als Gedenkstätte für seine Opfer umfunktionieren. So einen Menschen und seiner Familie sollte nie ein Forum gegeben werden. Ein Monster bleibt ein Monster.
bahnbezwinger 15.03.2019
3. Wunderbar, dann sind lauter Faschisten zusammen.
Dort, wo her hingebettet wird, ist in diesem öffentlichen Friedhof von "El Pardo", wo auch der Diktator Trujillo der dominikanischen Republik liegt. Und dort liegt auch der faschistische Minister Roberto Blanco, der sogar über Häuser fliegen kann (Insiderwitz bzgl. spanische Historie in der Diktaturszeit). Ein Diktator verdient keine Sonderbehandlung und sollte nicht mehr auf einem "besonderen" Platz liegen. Etwas mehr Infos auf Spanisch: https://www.publico.es/politica/gobierno-trasladara-restos-franco-al-cementerio-pardo-10-junio.html
darthkai 15.03.2019
4. Super Plan
Davon abgesehen, wie sinnvoll es ist dieses Fass ohne Grund, bzw. zur Profilierung der Regierung, wieder aufzumachen: Sollte die Familie die Exhumierung nicht verhindern können, werden die Gebeine höchstwahrscheinlich nicht dahin umgebettet, wo sich die Regierung das wünscht, sondern in die Familiengruft in der Madrider Kathedrale. So zentral wie nur möglich, direkt gegenüber dem Königspalast. Evtl doch lieber auf einem abgelegenen Hügel belassen ;)
español 15.03.2019
5.
Zitat von bahnbezwingerDort, wo her hingebettet wird, ist in diesem öffentlichen Friedhof von "El Pardo", wo auch der Diktator Trujillo der dominikanischen Republik liegt. Und dort liegt auch der faschistische Minister Roberto Blanco, der sogar über Häuser fliegen kann (Insiderwitz bzgl. spanische Historie in der Diktaturszeit). Ein Diktator verdient keine Sonderbehandlung und sollte nicht mehr auf einem "besonderen" Platz liegen. Etwas mehr Infos auf Spanisch: https://www.publico.es/politica/gobierno-trasladara-restos-franco-al-cementerio-pardo-10-junio.html
Keine Ahnung an was Sie beim Erstellen Ihrer Antwort gedacht haben, aber der korrekte Namen des Ministers welchen sie angeben, lautet "Luis CARRERO Blanco". Desweiteren, und zum Thema selbst, ist die aktuelle Situation nur eine Folge des "Wegschauens" während der ach-so-hoch-gelobten spanischen Transition. Jetzt auf einmal, über 40 Jahre nach dem Ableben des Diktators, muss alles ganz schnell gehen - Ein Schelm, wer dabei nicht auf den Gedanken kommt dass sich hinter dem Ganzen nur eine "Wähler-Mobilisierung" verbirgt. Der Schauspieler Antonio Banderas beschrieb die Situation vor einigen Tagen in einem TV-Interview eigentlich recht blendend, mit einem einzigem Satz: "Mir kommt es vor, dass Franco im Jahr 1985 schon länger tot war als Jetzt"
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