Schmiergeldaffäre Spanische Gesundheitsministerin tritt zurück

Schwarzgelder und ein korruptes Firmennetz wurden ihr zum Verhängnis: Ein Bestechungsskandal hat die spanische Gesundheitsministerin Ana Mato zu Fall gebracht. Sie kündigte ihren Rücktritt an.

Ministerin Ana Mato (Archiv): Von Bestechungsgeldern profitiert?
AP/dpa

Ministerin Ana Mato (Archiv): Von Bestechungsgeldern profitiert?


Madrid - Die spanische Gesundheitsministerin Ana Mato hat wegen eines Korruptionsskandals in der Regierungspartei ihren Rücktritt angekündigt. Mit diesem Schritt wolle sie Schaden von der Regierung und ihrer konservativen Partido Popular (PP) abwenden, erklärte sie.

Eine vor fünf Jahren aufgedeckte Schmiergeldaffäre hat zu ihrem Rücktritt geführt. Mato soll von den mutmaßlichen Vergehen ihres Ex-Mannes - damals Bürgermeister eines Vororts von Madrid - profitiert haben. Dieser wird verdächtigt, als Amtsträger 500.000 Euro an Bestechungsgeldern für öffentliche Aufträge erhalten zu haben. Dies geht aus dem Abschlussbericht hervor, den der Untersuchungsrichter Pablo Ruz in Madrid vorlegte. Der Abschlussbericht ist in der spanischen Justiz der letzte Schritt, bevor Anklage erhoben wird.

Jahrelang soll ein Firmen-Syndikat in Spanien lukrative öffentliche Aufträge an Land gezogen haben - in den Gemeinden, in denen Kommunalpolitiker der Rajoy-Partei regierten. Den Beschuldigten werden unter anderem Beamtenbestechung, Vetternwirtschaft, Geldwäsche und Steuerhinterziehung zur Last gelegt. Vor allem die Regionen um die Hauptstadt Madrid und Valencia waren betroffen.

Die zurückgetretene Gesundheitsministerin wird nicht als Verdächtige geführt, könnte aber in dem Prozess als Zeugin vorgeladen werden. Der Untersuchungsrichter sprach sich dafür aus, die 55-jährige Politikerin in einem Zivilverfahren zur Rechenschaft zu ziehen.

Mato stand auch wegen der Ebola-Infektion einer spanischen Pflegerin im Kreuzfeuer. Durch einen Anzug geschützt, hatte die Krankenschwester zwei erkrankte Rückkehrer aus Westafrika in einer Madrider Klinik gepflegt und sich dabei angesteckt. Mit ungenauen Informationen soll Mato damals "Unsicherheit und Angst" in der Bevölkerung ausgelöst haben, wie die Opposition monierte.

daf/dpa/Reuters/AFP



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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
motzbrocken 27.11.2014
1. Korruption
wo man hinschaut. Aber immerhin gibt es Untersuchungen und es werden Konsequenzen gezogen. Muss mir doch keiner sagen, dass die Ehefrau nicht gewusst hat, welche Geschäfte ihr Mann tätigte.
misterr6 27.11.2014
2. typisch
Die komplette spanische Regierung ist nichts weiter als ein Abgrund voller Vetternwirtschaft und Korruption. Längst ein Polizeistaat par excellence. Ich schäme mich Bürger dieses Staates zu sein.
rompipalle 27.11.2014
3. Irdend wie ist es doch alles gleich....
Hier in Italien haben wir genau oder fast genau solche Fälle. Bloss, die Summen und die Zeiträume sind wehsentlich länger;so das es dann eine vejährund und der gleichen gibt. Es zahlt der kleine und die großen machen Kasse!!!
chris4you 27.11.2014
4. Macht korrumpiert
egal ob Männchen oder Weibchen oder alles dazwischen ;o)... Es gibt per se kein besseres Geschlecht, es sind Personen/Lebewesen/Individuen... bevor jetzt wieder Genderdebatte losbricht...
paul-48 27.11.2014
5. Funbktioniert das in Spanien wie in Deutschland?
Rücktritt - Bezuge/Abgeordnetenentschädigungen bleiben erhaltenb - und binnen kurzer Zeit landet das UNWESEN bei denen deren Fahne während der Amztszeit sie/er hochgehalten hat!
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