Neue Regionalregierung Katalonien will sich 2017 von Spanien abspalten

Katalonien hat sich im letzten Moment doch noch auf eine neue Regionalkoalition geeinigt. Bis Mitte kommenden Jahres will ihr Präsident Puigdemont die Region von Spanien abspalten - was die Zentralregierung in Madrid natürlich verhindern möchte.

Carles Puigdemont: Der neue starke Mann in Katalonien
AFP

Carles Puigdemont: Der neue starke Mann in Katalonien


Mit einer Verständigung hatte eigentlich kaum noch jemand gerechnet, doch am Sonntag klappte es dann doch: Die nach Unabhängigkeit von Spanien strebende Region Katalonien hat einen neuen Regierungschef. Carles Puigdemont, bisher Bürgermeister der Stadt Girona, wurde als Regionalpräsident vereidigt. Hätten die Parlamentsparteien bis Montag keine Einigung erzielt, wäre es zu Neuwahlen gekommen.

Das bisherige Regierungsbündnis Junts pel Sí (Gemeinsam fürs Ja) mit ihrem Regierungschef Artur Mas hatte sich lange geweigert, mit der linksradikalen Partei CUP eine Koalition einzugehen. Doch jetzt ließen die Separatisten aus Angst vor Stimmenverlusten bei einer Neuwahl Mas fallen, und die CUP verzichtete auf Oppositionspolitik und verpflichtete sich dazu, Puigdemont in wichtigen Abstimmungen eine Mehrheit zu sichern.

Puigdemont soll die Abspaltung der wirtschaftlich starken Region im Nordosten des Landes vorantreiben. Er tritt noch energischer für eine Abspaltung der Region von Spanien ein als Mas. Katalonien werde mit Spanien, der EU und der internationalen Gemeinschaft verhandeln müssen, um dieses Ziel zu erreichen, kündigte er an. Ziel ist, die Region mit ihren 7,5 Millionen Einwohnern bis Mitte 2017 in einen unabhängigen Staat zu verwandeln.

Doch Spaniens geschäftsführender Ministerpräsident Mariano Rajoy kündigte schon an, er werde jeden einseitigen Vorstoß der Region in diese Richtung blockieren. Rajoy betonte, "die Spanier können beruhigt sein". Eine Abspaltung der Region werde es nicht geben.

als/Reuters/dpa

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insgesamt 65 Beiträge
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omop 11.01.2016
1. Bedenklich..
wenn sich in Europa wieder separatistische Tendenzen breitmachen..eigentlich hatte man die Zeiten der Kleinstaaterei überwunden. Sorry aber dieser Plan ist genauso besch...als wenn sich Bayern vom restlichen D lossagen würde..
espet3 11.01.2016
2.
Zitat von omopwenn sich in Europa wieder separatistische Tendenzen breitmachen..eigentlich hatte man die Zeiten der Kleinstaaterei überwunden. Sorry aber dieser Plan ist genauso besch...als wenn sich Bayern vom restlichen D lossagen würde..
Süddeutschland könnte nicht besseres tun, als sich von D zu verabschieden. In Spanien zahlt der Norden für den Süden und in D der Süden für den Norden. Auch in Italien ist es wie in Spanien.
muellerthomas 11.01.2016
3.
Zitat von espet3Süddeutschland könnte nicht besseres tun, als sich von D zu verabschieden. In Spanien zahlt der Norden für den Süden und in D der Süden für den Norden. Auch in Italien ist es wie in Spanien.
Im Länderfinanzausgleich sind Bayer, BW, Hessen und Hamburg Geberländer, mit Abstand größter Empfänger ist Berlin gefolgt von Sachsen. Ich würde Hamburg nun nicht direkt im Süden Deutschlands verorten und auch Hessen eher in der Mitte, Berlin und Sachsen dagegen eher im Osten. In Spanien wiederum gehören die Extremadura und Asturien zu den ärmsten Regionen. Auch da ist es nicht so simpel mit einer Nord-Süd-Aufteilung.
nofreemen 11.01.2016
4. Klempner Deutschland
Deutschland wird Katalonien und Polen und Ungarn und.... schon wieder auf Linie drücken.
amerlogk 11.01.2016
5.
Zitat von espet3Süddeutschland könnte nicht besseres tun, als sich von D zu verabschieden. In Spanien zahlt der Norden für den Süden und in D der Süden für den Norden. Auch in Italien ist es wie in Spanien.
Und das ist diese Neo-Liberale Sichtweise die uns immer in Probleme führt. Geld ist nunmal nicht alles. Bayern profitiert von dem Zuzug von Menschen mit Ausbildung die woanders bezahlt wurde. Es profitiert von Deutschland als Markt. Zahlungen in andere Bundesländer sind kein Vergleich zur Marktentwicklung dieser Länder. Alles sehr, sehr vereinfacht. Dazu sollte jedem in Erinnerung aus der Geschichte sein, wie Friedenssicherung geht. Ich hab nichts dagegen, wenn Katalonien unabhängig wird, wenn es die Menschen dort wünschen. Dafür zu sprechen und es mit Finanzen zu begründen, ist unpolitisch.
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